Chilis wirken schmerzlindernd und helfen bei Diabetes

Chilis wirken schmerzlindernd und helfen bei Diabetes

Chilis, Schärfe und Gesundheit

Zunächst entstanden in Amerika, sind Chilis seit tausenden von Jahren ein Teil der menschlichen Ernährung. Mit mehr als 900 Sorten und unterschiedlichen Farben wie, gelb, grün, rot und schwarz, zählt Chili zu einem der beliebtesten Nahrungsmittel weltweit. Die Schärfe der verschiedenen Chilisorten reicht von einem warmen Gefühl im Mund oder auf der Haut bis hin zu Ohnmachtsanfällen. Trotz ihrer feurigen Schärfe sind Chilies eines der beliebtesten Gewürze der Welt, die für ihre medizinischen und gesundheitlichen Eigenschaften bekannt ist.

Bereits die amerikanischen Ureinwohner nutzten Chilis als Heilmittel, unter anderem gegen Zahnschmerzen oder Arthrose. Teile dieser Techniken wurden nach der Entdeckung Amerikas auch von Europäern in die Volksmedizin übernommen. Der heute bekannteste Einsatz von dem Gewürz in der Medizin sind Wärmepflaster, die bei rheumatischen Schmerzen eingesetzt werden. Auch gegen andere Beschwerden wie Hexenschuss, Migräne, Gürtelrosediabetische Neuropathie oder postherpetische und trigeminale Neuralgie werden capsaicinhaltige Produkte eingesetzt. Seit Jahren wird die Wirkung von Capsaicin auf den Körper erforscht. 2006 wurde beispielsweise festgestellt, dass eine hohe Dosis Capsaicin Prostatakrebszellen in Mäusen abtötet. Capsaicin soll durch die Stimulation von Herzmuskelzellen bei Mäusen auch den Herzschaden reduzieren, den sie bei einem Herzanfall erlitten und könnte in der Zukunft in der Therapie von Myokardinfarkt eingesetzt werden.

11 gesundheitliche Vorteile von Chilis

1. Enthalten Antioxidantien

Chilis enthalten Vitamin C und Beta-Carotinoide (Provitamin A). Diese beiden Vitamine haben starke antioxidative Fähigkeiten, indem sie freie Radikale im Körper zerstören können. Freie Radikale wandern im Körper umher und können schlimme Krankheiten auslösen, somit ist die Chili ein gutes Mittel um dies zu verhindern. Weiterhin wirkt das in Chili enthaltene Capsaicin antioxidativ. Doch das ist noch nicht alles, denn Chilis enthalten auch Lutein und Zeaxanthin. Auch diese Stoffe weisen antioxidative Eigenschaften auf.

Chilis enthalten außerdem Vitamin B6 und Folsäure. Diese Stoffe können einen erhöhten Homocysteinspiegel reduzieren. Ferner handelt es sich bei Homocystein um eine Aminosäure (ein Eiweißbaustein), die im menschlichen Organismus keine unmittelbare physiologische Funktion übernimmt. Dabei kann Homocystein für viele Volkskrankheiten mitverantwortlich sein. So haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Homocystein dazu beiträgt, den Alterungsprozess im Gehirn zu beschleunigen. Dadurch können Krankheiten wie Alzheimer und Demenz entstehen.

2. Helfen bei Diabetes

Der regelmäßige Verzehr von Chili kann das Risiko einer Hyperinsulinämie reduzieren und wirkt damit gegen eine häufige Störung von Diabetikern. Durch Chili-Speisen wird die Insulinmenge reduziert die der Körper benötigt, um den Blutzucker nach einer Mahlzeit zu senken. Sind Chili-haltige Speisen ein fester Bestanteil der Ernährung, kann der Insulinbedarf sogar noch tiefer sinken.

Chili-haltige Speisen helfen bei übergewichtigen Menschen nicht nur den Insulinverbrauch nach einer Mahlzeit zu senken, sondern verringern ebenso das Verhältnis von C-Peptid zu Insulin. Das C-Peptid und das Insulin werden im Körper von dem gleichen Vorhormon (Proinsulin) gebildet. Da das Insulin von der Leber schneller aufgenommen wird und das C-Peptid länger im Blut bleibt, kann durch die Menge vom C-Peptid die körpereigene Insulinproduktion besser beurteilt werden. Durch Chilispeisen wird der C-Peptid-Gehalt reduziert und dadurch weniger Insulin in die Blutbahn abgegeben.

3. Stärken das Immunsystem

Hier spielen mehrere Stoffe eine Rolle. Zunächst ist Vitamin C unerlässlich für ein gesundes Immunsystem. 100 g Chilischoten enthalten ca. 200 % des Tagesbedarfs von Vitamin C (der Tagesbedarf den die DGE angibt!). Auch Beta-Carotin (Provitamin A) ist wichtig für unser Immunsystem. Wir benötigen dieses Vitamin wir für das Wachstum unserer Haut- und Schleimhautzellen, die eine Barriere gegen Mikroorganismen und andere Fremdstoffe darstellen. Des weiteren wirkt auch Capsaicin positiv auf unser Immunsystem, da der Stoff uns vor freien Radikalen schützt.

4. Gesund für das Herz

Studien zeigen auch die positiven Effekte des Scharfmachers besonders in Bezug auf unser Herz. Folglich senkt das Capsaicin die Cholesterinwerte, indem es die Aufspaltung im Darm und der Ausscheidung unterstützt. Zum anderen kann das Capsaicin ganz gezielt das LDL-Cholesterin abbauen. Das so genannte schlechte Cholesterin, kann unsere Herzgesundheit beeinträchtigen und zu Herzinfarkten führen. Dabei wird das gute Cholesterins (HDL) nicht beeinträchtigt. Weiterhin fanden Forscher heraus, dass Capsaicin tatsächlich auch Cholesterinablagerungen in unseren Blutgefäßen vermindern kann. Dies führt zu einem besseren Blutfluss zu den Organen und beugt Herzinfarkten und Schlaganfällen vor.

5. Sorgen für gute Stimmung/Laune

Ja richtig. Chilis können unsere Stimmung verbessern, denn nicht umsonst gilt die scharfe Schote als gesündeste Droge der Welt. Unser Körper empfindet Schärfe nicht als Geschmack, sondern als Schmerz und dadurch kommt es nach dem Verzehr zur Ausschüttung von Endorphinen. Jene sind Glückshormone, die unser Wohlbefinden steigern. Ähnlich verhält es sich mit dem Stoff Piperin im Pfeffer. Hier spricht man auch vom so genannten „Pepper-High-Effekt“. 

6. Befreien die Atemwege

Ferner wirken Chilis bei Erkältungen schleimlösend, da die Frucht die Schleimhäute der Atemwege beeinflusst. Dies bedeutet, dass die Nase befreit wird und das Abhusten leichter fällt. Weiterhin kann die schärfe auch die Atemwege der Lunge befreien und somit Atemnot z.B. bei Asthma verringert. Es lindert chronische Atemwegsüberlastung bei Menschen, die starke Raucher sind. Ferner enthält Zigarettenrauch Benzpyren, welches die Vitamin A Aufnahme im Körper hemmt. Folglich kann das in Chili enthaltene Vitamin A durch die Scharfstoffe besser verarbeitet werden, vor allem bei Rauchern.

7. Lindern Schmerzen 

Chilischoten liefern heilende Nährstoffe, fördern die Durchblutung und helfen einen Schmerz zu kontrollieren. Außerdem kann das Capsaicin Entzündungen abschwellen wodurch vor allem Gelenkschmerzen gelindert werden. Wer regelmäßig Chilis verzehrt, kann die Einnahme von herkömmlichen entzündungshemmenden Medikamenten reduzieren. Diese neigen nämlich dazu Magengeschwüre, Schäden an der Leber, Niere und sogar Krebs zu verursachen. Folglich wird das Capsaicin oft als natürliche Entspannungscreme bei Muskelschmerzen verwendet. Es fördert die Durchblutung und hilft Entzündungen abzutransportieren und dadurch den Schmerz zu lindern.

8. Verbessern die Verdauung

Chilis sind eine ausgezeichnete Verdauungshilfe und helfen dem Magen, die Nahrung effizienter und sorgfältiger zu verarbeiten. Sie verringern die Häufigkeit von saurem Reflux, indem sie Sekretion von Magensäure und andere Verdauungssäfte stimulieren. Weiterhin kann der regelmäßige Verzehr von Chilischoten vor Magengeschwüre schützen und sie sogar heilen.

9. Gut für die Haut

Wie o.g. enthalten Chilis einige Inhaltsstoffe die stark durchblutungsfördernd wirken und somit bei rheumatischen Beschwerden wie Hexenschuß, Muskelkater oder Nervenschmerzen helfen. Des Weiteren enthalten Wärmepflaster aus der Apotheke des öfteren einen Cayennextrakt. Dieser erweitert die Blutgefässe durch Wärmeerzeugung und erhöht so die Durchblutung, wodurch Entzündungsstoffe im Körper besser abtransportiert werden können. Folglich entkrampft Wärme die Muskeln und deshalb lässt der Schmerz nach.

Als Nebenwirkung kann es zu örtlichen Rötungen kommen. Das kommt von der scheinbaren Verbrennung, welcher der Körper durch gesteigerte Durchblutung entgegenzuwirken versuchte. Ist die Haut zu stark gereizt, hilft das Einreiben mit Fett oder Alkohol.

10. Töten Krebszellen

Eine Studie aus Indien die im Journal of Physical Chemistry veröffentlich wurde, untersuchte den Inhaltsstoff Capsaicin in Bezug auf Krebszellen. Die Forschungsgruppe fand heraus, dass Capsaicin gezielt die Mitochondrien und damit die Energiewerke der Krebszellen angreift. Im Einzelnen würde Capsaicin bestimmte Proteine innerhalb der Krebszellen binden und das natürliche Zellsterben (Apoptose) auslösen. Doch noch beeindruckender ist die Tatsache, dass Capsaicin nicht nur Krebszellen abtöten kann, sondern die gesunden und normalen Zellen, die den Tumor umgeben, unversehrt lässt.

11. Regen den Stoffwechsel an

Vor allem in Südamerika und Asien wird gerne scharf gegessen. Dort sind Ärzte und Wissenschaftler von der gesunden Wirkung auf den Körper überzeugt. Außerdem gelten Chilis als Schlankmacher und zugleich Appetit anregend. Was zunächst als Widerspruch klingt, ist schnell erklärt. Ein angeregter Stoffwechsel in Verbindung mit gesunder Ernährung macht bekanntlich schlank. Die Fettverbrennung wird durch scharfe Gerichte gefördert. Gesund durch Vitamine, der Kick beim Essen und ein angeregter Stoffwechsel das alles in einer kleinen Frucht. Wer unter Appetitlosigkeit leidet, profitiert auch von Chilikonsum, da eine höhere Magensäure-Produktion durch Chilischoten den Appetit anregt.

Chilis und ihre Nebenwirkungen

Das Capsaicin, welches dem Chili seinen stark würzig scharfen Charakter verleiht, kann zu Reizungen und einem brennenden Gefühl im Mund, Zunge, Rachen und bei dessen Ausscheidung führen. Kommt das Capsaicin in Kontakt mit den Schleimhäuten der Mundhöhle, Rachen und Magen, kann ein ein starkes Brennen entstehen, welches über die freien Nervenendigungen der Schleimhaut wahrgenommen wird.

Ferner hilft das Essen von einem kalten Joghurt oder das Trinken von einem Glas Milch (Keine Kuhmilch), das Brennen zu reduzieren. Das Protein Casein in den Milchprodukten verdünnt die Capsaicin-Konzentration und zieht so das Capsaicin von den Nervenrezeptoren.



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Quellen 
http://www.chiliheads.de/
https://chilipflanzen.com/
http://www.homocystein-netzwerk.de/
https://www.eatmovefeel.de
http://pubs.acs.org/
https://www.gesundheit.de/
https://de.wikipedia.org
http://flexikon.doccheck.com/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/
https://www.sciencedaily.com/

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