Chrom

Das Spurenelement: Chrom

Chrom zählt in der Ernährungswissenschaft zu den essentiellen Spurenelementen. Chemisch gesehen ist es ein Element mit der Ordnungszahl 24 und der Abkürzung „Cr“. Chrom ist ein Übergangsmetall. Seine Verbindungen weisen verschiedene Farben auf, die dann in Farbstoffen und Lacken Verwendung finden. Erst Ende des 20. Jahrhunderts kamen Chrom und seine Verbindungen hauptsächlich als korrosions- und hitzebeständige Legierungen zur Anwendung.

Das Spurenelement tritt in der Natur eher selten in reiner Form auf. Es wird größtenteils in gebundener Form als Chromeisenstein (Chromit) gefunden. In dieser Verbindung beträgt der Chromanteil etwa 45 Prozent. Andere Verbindungen enthalten deutlich mehr Chrom, wie Ferchromit mit fast 90% oder Grimaldiit mit über 60 Prozent. Diese Verbindungen sind allerdings deutlich seltener zu finden. Der Körper kann nur Chrom(3)-Ionen (3-wertiges) verwerten.

Der menschliche Körper enthält etwa zehn bis 20 Milligramm des Spurenelements.

Die Funktion von Chrom im Körper

Das Spurenelement hat im Stoffwechsel teils unbekannte Funktionen, da viele Prozesse in Verbindung mit diesem Spurenelement noch nicht aufgeklärt sind. Chrom spielt beim Stoffwechsel von Kohlenhydraten, speziell bei der Aufnahme von Zucker (Glukosetoleranz), eine wichtige Rolle. Davon abhängig nimmt Chrom auf den Stoffwechsel von Fetten Einfluss. Es trägt in ausreichenden Mengen dazu bei, das gesamte Cholesterin und das „schlechte“ LDL-Cholesterin zu senken und das „gute“ HDL-Cholesterin zu erhöhen. Weiter steigert das Spurenelement die Aufnahme von Aminosäuren in die Muskulatur und verbessert die Synthese von Proteinen. Vermutlich ist es außerdem an der Zellteilung beteiligt, zumindest ist es in den Zellkernen in beachtlichen Mengen enthalten.

Hier gibt es eine Studie (Englisch)

Chrom in Lebensmitteln

Das Spurenelement ist in Lebensmitteln in organischer als auch in anorganischer Form enthalten. Gute Quellen für die Versorgung mit Chrom sind Bierhefe und Fleischprodukte, besonders Leber, Nieren und Muskelfleisch, weiter Käse und Vollkornprodukte, aber auch Austern, Gewürze, darunter besonders der Pfeffer, Nüsse und brauner Zucker (Melasse). Der Verarbeitungsgrad einiger Lebensmittel spielt bei der Versorgung von Chrom eine besondere Rolle. Weißer (raffinierter) Zucker und ausgemahlene Weißmehle enthalten im Vergleich zur Melasse und zum vollen Weizenkorn 90 Prozent weniger Chrom. Recht arm an Chrom sind außerdem Obst und viele Gemüse.

Lebensmittel mit hohem Chromanteil

  • Bierhefe 200 mcg
  • Paranüsse 100 mcg
  • Edamer 95 mcg
  • Gauda  90 mcg
  • Linsen 70 mcg
  • Vollkornbrot 49 mcg
  • Huhn 26 mcg
  • Weiße Bohnen 20 mcg

Eine Liste mit allen Lebensmitteln gibt es hier

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf an Chrom ist bis heute nur annähernd bestimmt, er wird auf 30 bis zu 300 Mikrogramm (mcg) geschätzt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. geht bei Jugendlichen und Erwachsenen von einem täglichen Bedarf an 30 bis 100 mcg Chrom aus. Bekannte alternativ Mediziner aus den USA empfehlen mit 200 bis 300 mcg Chrom täglich deutlich höhere Mengen.

Die Versorgung mit dem Spurenelement kann man allgemein als gering betrachten. Im Durchschnitt nehmen wir in Deutschland täglich etwa 62 mcg Chrom auf, wobei die Werte individuell unterschiedlich von 30 bis zu 140 mcg reichen können. Berücksichtigt werden muss, dass der persönliche Bedarf an Chrom von der Zufuhr an Kohlenhydraten abhängt. Je mehr davon aufgenommen werden, um so höher ist der Bedarf an Chrom. Eine Reihe von Faktoren tragen dazu bei, dass wenig oder zu wenig Chrom aufgenommen wird. Es ist teilweise in Lebensmitteln enthalten, die wenig verzehrt werden. Wo es vorhanden ist, werden nur geringe Mengen – 0,5 bis 3 Prozent – vom Körper verarbeitet. Dabei spielt die Chromform eine Rolle.

Einen Bericht des National Institute of Health gibt es hier (Englisch)

Chrommangel

Eigentlich erhält der Körper genügend von dem Spurenelement aus der täglichen Nahrung. Wegen unterschiedlichen Krankheiten im Magen-Darm-Trakt kann der Körper aber nicht mehr genügend von diesem Chrom aus der Nahrung aufnehmen, um seinen Bedarf zu decken. Somit entsteht möglicherweise ein Chrommangel, der von einem Mangel weiterer Nährstoffe begleitet sein kann.

Weiterhin können verschiedene Umstände zudem den Chrombedarf des Körpers erhöhen. Dazu gehören höheres Lebensalter, Schwangerschaft, Stress, Infektionen und intensive körperliche Betätigung. Nimmt eine Person unter diesen Umständen nicht mehr Chrom mit der Nahrung auf als normalerweise, entsteht ein Chrommangel.

Symptome eines Chrommangels

Ein Mangel an Chrom kann zu unterschiedlichen psychischen und körperlichen Beschwerden führen. Mögliche psychische Beschwerden sind Konzentrationsschwierigkeiten, Lernschwierigkeiten, Nervosität, Gereiztheit und Verwirrtheit bis zur Depression. Mögliche körperliche Beschwerden sind Gewichtsverlust, verminderte Leistungsfähigkeit, Muskelschwäche, vermehrtes Wasserlassen, Gewichtsverlust und Juckreiz.

Neben diesen allgemeinen Beschwerden, kann ein Chrommangel wegen der Funktion von Chrom im Kohlenhydrat- und im Fettstoffwechsel zu erhöhten Zuckerspiegeln im Blut bis zur Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus genannt, und zu erhöhten Cholesterinspiegeln im Blut , Hypercholesterinämie genannt, führen. Diese erhöhten Zucker- und Cholesterinspiegel im Blut erhöhen bei längerem Bestehen das Risiko von Gefässverkalkungen, die in der Fachsprache Arteriosklerose genannt werden. Solche Gefässverkalkungen lösen Durchblutungsstörungen insbesondere im Herz, im Gehirn und in den Beinen aus.

Die erhöhten Blutzuckerspiegel schädigen mit der Zeit zudem die Nieren, sodass diese ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen können. Weiterhin schädigt dieser die Nerven, sodass Fühlstörungen auftreten können. Außerdem kann die Netzhaut der Augen durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel geschädigt werden, sodass Sehstörungen bis zur Erblindung auftreten.

Tritt der Chrommangel gemeinsam mit einem Mangel eines oder mehrerer anderer Nährstoffe auf, können weitere Beschwerden zu denjenigen des Chrommangels hinzutreten. Diese Beschwerden werden in den entsprechenden Texten aufgeführt.

Chromüberdosierung

Die Anwendung als 3-wertiges (organisches) Chrom in Dosen bis zu 300 mcg täglich ist sicher. Selbst erhöhte Dosen Chrom (bis zu 1 mg täglich) zeigten bei Einnahmen über mehrere Monate keine Nebenwirkungen. Unerwünschte Wirkungen durch übermäßige Zufuhren sind aber von 6-wertigem Chrom bekannt. Sie treten meist berufsbedingt, z.B. bei der Produktion von Lederwaren und Edelstahl, als Chromekzem oder Chromasthma auf.



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Quellen
http://www.vitalstoff-lexikon.de/
https://www.centrosan.com/
http://www.eesom.com/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17109600/
https://ods.od.nih.gov/factsheets/Chromium-HealthProfessional/