Die Auswirkungen von Depressionen auf unseren Körper

Die Auswirkungen von Depressionen auf unseren Körper

Die Auswirkungen von Depressionen

Die Auswirkungen von Depressionen können erschreckend seien. Eine Depression gilt als psychische Erkrankung, die vor allem durch Freudlosigkeit, Interessenlosigkeit und Antriebsschwäche gekennzeichnet ist. Heutzutage durchlebt etwa jeder Fünfte einmal im Leben eine depressive Phase, wobei Frauen doppelt so häufig erkranken wie Männer. Eine krankhafte depressive Episode und Depression im medizinischen Sinn haben nicht nur psychische Auswirkungen, auch die Folgen für den Körper sind nicht zu unterschätzen.

Niedergeschlagenheit und Trauer gehören zum Leben genauso wie Freude und Ausgeglichenheit. Doch wenn sich der Gemütszustand entkoppelt von einem situativen oder komplexen Lebenszusammenhang manifestiert also unabhängig von zuordenbaren Ereignissen besteht, handelt es sich nicht mehr um eine depressive Verstimmung, sondern das Krankheitsbild Depression. Und diese seelische Erkrankung ist nicht zu unterschätzen; allein in Deutschland sterben jährlich rund 10.000 Menschen durch Suizid, welcher von Depressiven oftmals als letzter Ausweg gesehen wird.

Depression und Herzerkrankung

Erst in den letzten Jahren hat die Forschung die Zusammenhänge zwischen Depression und Herz-Kreislauf-System besser erkannt. Heute weiß man, dass eine Depression das Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Hierzu zählen insbesondere Erkrankungen, die Folge einer Arteriosklerose, also einer Ablagerung von Blutfetten, Bindegewebe und Kalk in den Wänden von Schlagadern sind: Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit), Herzinfarkt, Schlaganfall und Verschlusskrankheit der Bein- oder Beckenarterien. Selbst das Risiko für das Auftreten einer Herzmuskelschwäche steigt.

Zudem kann eine Depression den Verlauf dieser Erkrankungen ungünstig beeinflussen. Herzinfarkt oder eine Erkrankung der Herzkranzgefäße verlaufen im Allgemeinen schwerer, wenn der Betroffene gleichzeitig an einer Depression leidet.

Umgekehrt kann eine Erkrankung der Herzens die Psyche belasten. Wer etwa unter einer schweren Herzschwäche leidet, der leidet möglicherweise auch unter einer niedergedrückten Stimmung. Ein langwieriger Krankenhausaufenthalt, eine Operation, die Ungewissheit nach einem Herzinfarkt – all diese Ereignisse können eine psychische Störung auslösen. Und Menschen, die an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, haben auch ein höheres Risiko, eine Depression zu erleiden.

Depressionen und Rückenschmerzen

Eine aktuelle Studie die im Arthritis Care and Research Journal veröffentlicht wurde konnte feststellen, dass Menschen mit Depressionen eine 60% höhere Wahrscheinlichkeit haben, Rückenschmerzen zu entwickeln. Die Studie analysierte Daten aus 11 Studien mit insgesamt 23.109 Personen und fand eine Verbindung zwischen Depressionen und Rückenschmerzen. Die Assoziation stieg bei Patienten mit schwereren Depressionen an.

Diese Erkenntnisse belegen, dass die Auswirkungen von Depressionen nicht nur die Psyche schwächen, sondern auch den Körper stark beeinträchtigen können. Andere körperliche Symptome im Zusammenhang mit Depressionen sind Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen, sowie Schmerzen in der Brust, Verdauungsprobleme, Erschöpfung, Müdigkeit und Gewichtsschwankungen.

Depressionen und Sexualität

Fast alle an einer Depression erkrankten Menschen verspüren ein starkes Nachlassen der Lust an Sexualität und das Nachlassen der sexuellen Funktionen. Trockenheit der Schleimhäute, Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, Errektionsprobleme, vor allem aber die mangelnde Fähigkeit, Lust an der Sexualität zu empfinden oder einen Orgasmus zu erleben, beeinträchtigen das Leben der Erkrankten und deren Partner. Das Versagen der eigenen Sexualität bedeutet für viele Erkrankte einen zusätzlichen Beweis, dass sie keine Freude oder auch Lust mehr empfinden können und das sie ihren Partner bald verlieren werden. Das Selbstwertgefühl schwindet.

Depressionen und Sehstärke

Forscher haben den Zusammenhang zwischen Depressionen und einer Sehschwäche herausgefunden. Dafür wurde ein Versuch vorgenommen. Gesunde und depressive Menschen wurden an ein Elektroretinogramm angeschlossen. Damit wird die Spannung im Augapfel gemessen. Auf einem Computer wurde den Probanden dann flackernde schachbrettartige Muster gezeigt. Nach und nach wurde der Kontrast verringert, bis es am Ende nur noch ein graues Muster war. Das Elektroretinogramm hat die Signalintensität der Probanden durch Kurven aufgezeichnet. Diese zeigten, dass die Fähigkeit der Kontrasterkennung bei den depressiven Menschen deutlich geringer war als bei den gesunden.

Die Gründe dafür sind noch nicht genügend erforscht. Angenommen wird auch eine beidseitige Beeinflussung. Depressive Menschen weisen einen niedrigen Dopamin-Spiegel auf. Dieser könnte auch eine Sehschwäche auslösen. Gleichzeitig kann angenommen werden, dass eine Sehschwäche eine Depression fördert. Wenn Menschen nicht fähig sind, ihre Umgebung vollständig wahrzunehmen, kann das Wohlbefinden beeinträchtigt werden. Bei einer labilen Psyche kann dies schwerwiegendere Auswirkungen haben als bei einem ausgeglichenem Menschen. Die Forscher werden weiterhin mögliche Gründe untersuchen.

Depression und Entzündungen

Ziel einer neuen Studie war es, herauszufinden, ob Entzündungen ein kontrollierender Faktor für Depressionen sind, und das unabhängig von anderen körperlichen Leiden. Um dies zu untersuchen, benutzten die Wissenschaftler Positronen-Emissions-Tomographie (PET), um die Gehirne von 20 Patienten mit Depressionen und 20 gesunden Menschen zu scannen. Die gesunden Personen bildeten die Kontrollgruppe. Im Speziellen schaute sich das Team die Aktivierung von Miroglia an, das sind Zellen im Immunsystem, die eine Schlüsselrolle in der Entzündungsreaktion des Gehirns einnehmen. Die PET-Bilder zeigten signifikante Entzündungen in den Gehirnen der depressiven Patienten. Es stellte sich zudem heraus, dass diese Entzündungen bei denjenigen Personen gravierender waren, die unter stärkeren Depressionen litten. Die Gehirne der Patienten, die unter klinischen Depressionen litten, zeigten einen Anstieg in Entzündungswerten von 30%.

Eine andere Studie, die 2012 von Forschern des medizinischen Zentrums der Duke Universität in Kalifornien (Kalifornien, USA) durchgeführt wurde, fand einen Zusammenhang zwischen der Anzahl von depressiven Episoden, die von Patienten während der Studie durchlebt wurde, und der Höhe eines Entzündungsmarkers, dem C-reaktiven Protein (CRP). Die Wissenschaftler kamen zu dem Entschluss, dass es wahrscheinlicher sei, dass Depressionen zu Entzündungen im Körper beitragen, als dass sie als Folge vorhergehender Entzündungen entstehen.


 



Quellen
http://www.webmd.com/depression/

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