Eine Studie zeigt: Ein 100 Jahre altes Arzneimittel kann Autismus-Symptome lindern

Suramin: Ein 100 Jahre altes Arzneimittel

Suramin: Ein 100 Jahre altes Arzneimittel

Eine neue Studie zeigt, dass durch ein altes Arzneimittel, welches vor einem Jahrhundert entdeckt wurde, die Symptome von Autismus eliminiert werden könnten. Dr. Robert Naviaux von der San Diego School of Medicine hat diese Studie geführt. Dr. Naviaux ist international bekannt, für seine Fachkenntnisse in der Humangenetik, mitochondrialer Medizin und für sein Wissen bei angeborenen Stoffwechselstörungen. Nachdem die Kinder in seiner Studie nur eine Dosis dieses 100-jährigen Arzneimittels erhalten hatten, verbesserte sich ihr Zustand.

Die Suramin Studie

Das als Suramin bekannte Arzneimittel, wurde erstmals im Jahr 1916 entwickelt. Es wurde als anti-parasitisches Medikament verwendet, um die afrikanische Schlafkrankheit und die Flussblindheit zu behandeln. Als Dr. Naviaux eine einzige Dosis von Suramin an Jungen mit Autismus im Alter von 5-14 verabreichte, sah er eine drastische Veränderung in ihren Symptomen. Während dieser Studie erhielten fünf Kinder mit Autismus das Arzneimittel, während der Rest der Kinder in der Studie Placebos erhielten. Die Gruppe bestand aus vier nonverbalen Kindern, zwei sechsjährige und zwei 14-Jährige.

Hier geht es zur Studie (Englisch)

Die Ergebnisse

Weiterhin erklärte Dr. Naviaux: “Der sechsjährige und der 14-Jährige, die Suramin erhielten, sagten die ersten Sätze ihres Lebens, etwa eine Woche nach der einzigen Suramin Infusion. Dies geschah bei keinem der Kinder, die das Placebo eingenommen hatten. “Eine Mutter hörte nach mehr als einem Jahrzehnt das erste mal ihren Sohn seinen ersten vollständigen Satz sagen. Sie sagte: “Innerhalb einer Stunde nach der Infusion begann er, mehr Augenkontakt mit dem Arzt und den Krankenschwestern im Zimmer zu halten. Es war am Anfang kaum eine Veränderung zusehen, doch dann fing er am mehr Emotionen zu zeigen als sonst.” Schließlich fuhr sie fort: “Er fing auch an, mit seinem 16-jährigen Bruder Verstecken zu spielen und er begann im Haus zu üben, neue Laute und Klänge zu machen. Er erkundigte sich auch öfters nach seinem Vater.”

Dr. Naviaux’s Theorie

Dr. Naviaux glaubt, dass es ein fundamentales metabolisches Problem bei allen Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung gibt. Seine Theorie ist, dass Zellen in betroffenen Menschen ungewöhnliche Schwellenwerte erleben von etwas, was er “cell danger response” nennt – eine Reaktion auf externe Stressfaktoren oder Toxine. Er glaubt, dass dieser Prozess bei Kindern mit Autismus stecken bleibt und dem Prozess somit ermöglicht sich dauerhaft zu verändern, wie die Zellen mit ihrer äußeren Umgebung interagieren. Wenn dies in der frühen Entwicklung auftritt, glaubt Naviaux, dass es zu Autismus und anderen chronischen Kindheitserkrankungen führen kann. Dr. Naviaux verwendete Suramin um den “cell danger response” Kreislauf zu brechen. Es ist das einzige Arzneimittel, welches bei Menschen verwendet wird, die die Fähigkeit haben, “die extrazelluläre ATP-Signalisierung” zu hemmen. Entsprechend erklärte er, das dies den Zellen das “All Clear (Alles Klar)”-Signal gibt, welches sie brauchen um mit ihrer normalen Entwicklung fortzufahren.

Dr. Naviaux stellte fest, dass es nach nur einer einzigen Dosis so war, als ob eine Straßensperre aufgelöst wurde. Wenn die zukünftigen Studien zeigen, dass das alte Arzneimittel fortlaufend nicht der Gesundheit schadet, könnte dies eine Wende in der Behandlung von Autismus sein.

Nebenwirkungen

Leider hat Suramin einige Nebenwirkungen. Ferner kann mit Verdauungsproblemen, veränderter Sehkraft und in seltenen Fällen mit Schwierigkeiten beim Atmen, gerechnet werden. Die Verwendung dieses Medikaments bei Autismus, ist noch wenig erforscht. Weitere Informationen müssen gesammelt werden, bevor dieses Medikament als gemeinsame Behandlung verwendet wird. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Forscher eine natürliche und sicherere Verbindung finden können, die auf die gleiche Weise funktioniert.



Hier gibt es zwei Videos zu dieser Studie, leider auf Englisch





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Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/
https://www.davidwolfe.com
http://naviauxlab.ucsd.edu/team/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23981537
https://de.wikipedia.org/
http://flexikon.doccheck.com/
http://onlinelibrary.wiley.com/

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