Eine Studie zeigt: Ernsthafte neurologische Störung durch chronischen Schlafmangel

Eine Studie zeigt: Ernsthafte neurologische Störung durch chronischen Schlafmangel

Chronischen Schlafmangel bezeichnet ein Missverhältnis zwischen individuellem Schlafbedürfnis und Schlafvermögen. Versuche einer Objektivierung sind nicht wirklich befriedigend. Folglich gehen manche Autoren dann von einer Schlafstörung aus, wenn die Einschlafphase mehr als 30 Minuten dauert oder der Nachtschlaf vor einer Frist von 6 Stunden endet. Insbesondere was die Schlafdauer betrifft, muss man von großen interindividuellen Unterschieden ausgehen. Zudem wurde beispielsweise von Napoleon überliefert, dass er zumeist nur drei bis vier Stunden schlief. Des weiteren sind viele andere herausragende Persönlichkeiten als Kurzschläfer bekannt, ohne dass der notorische Schlafmangel negative Auswirkungen auf Konzentration, Leistungsfähigkeit oder Kreativität hat.

Chronischer Schlafmangel wird von den Betroffenen meist als quälend erlebt und zieht oft erhebliche psycho-soziale Konsequenzen nach sich, insbesondere bei berufstätigen Menschen. Arbeitsverdichtung und steigende Leistungsanforderungen setzen den „ausgeschlafenen Mitarbeiter“ voraus. Der schlafgestörte Mitarbeiter hingegen ist in seiner körperlichen und insbesondere psychischen Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Dies zieht oft berufliche Probleme nach sich, die ihrerseits in einem Teufelskreis den Schlafmangel weiter verstärken. Laut einer neuen Studie, beginnt unser Gehirn sich durch chronischen Schlafmangel selbst zu zerstören.

Die Studie

Michele Bellesi von der Polytechnischen Universität Marche in Italien, führte eine Schlaf-Entzugsstudie an Mäusen durch. Ferner erforschte sein Team das Gehirn von Mäusen. Einerseits untersuchten Sie Mäuse, die schlafen durften solange sie wollten und andererseits die, die man acht Stunden wach hielt. Außerdem untersuchte man Mäuse, die man für fünf ganze Tage wach hielt, um die Auswirkungen von chronischen Schlafmangel zu ermitteln.

Die Forscher betrachteten vor allem die Gliazellen. Denn die bisherige Forschung zeigte, dass ein Gen, das die Aktivität von Gliazellen reguliert, nach einiger Zeit des Schlafentzugs aktiver ist. Astrozyten bilden die Mehrheit der Gliazellen. Sie sind dafür zuständig unnötige Synapsen im Gehirn zu entfernen und diese umzubauen. Gliazellen, die auch als Mikrogliazellen bekannt sind, durchsuchen das Gehirn nach beschädigten Zellen und Bruchstücken.

Das Team stellte fest, dass nach ungestörtem Schlaf die Astrozyten, nur in etwa 6% der Synapsen im Gehirn der Mäuse aktiv waren. Bei Mäusen die kein Schlaf hatten, waren die Astrozyten aktiver. Die Mäuse die man für acht Stunden wach hielt, zeigten eine Aktivität von 8% und die Mäuse, die chronischen Schlafentzug erlitten zeigten eine Aktivität von 13,5%. Das klingt zunächst verwirrend aber je höher die Aktivität der Astrozyten ist, desto schlechter ist es für unser Gehirn.

Das Fazit

Die Studie deutet darauf hin, dass chronischer Schlafmangel die Astrozyten dazu bringen kann, mehr von den Zellen und den Zeltfragmenten des Gehirns abzubauen. Der Forscher erklärte: “Wir konnten zum ersten Mal deutlich machen, dass Teile von Synapsen buchstäblich von Astrozyten aufgrund des Schlafmangels gegessen werden.” Die Forscher fanden auch heraus, dass Mikrogliazellen nach chronischen Schlafmangel aktiver waren, was sehr Besorgnis erregend ist. Eine übermäßige Aktivität von Mikrogliazellen konnte mit mehreren verschiedenen Hirnstörungen in Verbindung gebracht werden. Bellesi sagte: “Wir wissen auch, dass in Alzheimer und anderen Formen der Neurodegeneration eine anhaltende Mikrogliaaktivierung beobachtet wurde.”

Die meisten von uns wissen, dass Schlafmangel zu Konzentrationsschwierigkeiten führt. Weiterhin kann es die Leistung beeinträchtigen, uns vergesslicher machen und weitere unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Schlaf ist wichtig für ein gesundes Gehirn und einen gesunden Körper. Wenn uns dieses Gefühl der Verworrenheit als Beweis nicht reicht, dass wir an Schlafmangel leiden, überzeugen euch vielleicht die Argumente dieser Studie!



Quellen

https://www.einfach-gesund-schlafen.com/
https://www.davidwolfe.com/