Die brillanten Vorteile von Gerstenwasser

Die brillanten Vorteile von Gerstenwasser

Gerstenwasser

Die Gerste (Hordeum vulgare) zählt zu den Süßgräsern und gilt als das älteste Getreide, das vom Menschen angebaut wurde. Archäologischen Funden zufolge hat es die Gerste bereits vor rund 800.000 Jahren gegeben, im südlichen Zentralasien und im Vorderen Orient wurde sie vor etwa 10.000 Jahren domestiziert.

Deshalb wird die Gerste häufig auch als Urkorn bezeichnet. Im alten Ägypten spielte die Gerste als Grundnahrungsmittel eine unverzichtbare Rolle. Auch Gerstenwasser wurde damals schon mit vorlieb verzehrt.

Die Hieroglyphe für Gerste stand deshalb allgemein für das Korn. Jahr für Jahr wurden die ersten geschnittenen Gerstenähren der Isis, Göttin der Fruchtbarkeit geopfert.

Auch bei den alten Griechen war die Gerste das wichtigste Getreide. Der Dichter Homer bezeichnete das Gerstenmahl in seiner Odyssee als “Mark der Männer” und laut Platon war die Gerste die Speise der Philosophen.

Sowohl die griechischen Olympioniken als auch die römischen Gladiatoren nutzten die Gerste, um ihre Kraft und Ausdauer zu erhöhen.

Naturheilmittel?

Schon früh hat man erkannt, dass die Gerste nicht nur sättigend ist, sondern auch heilsam. So wurde in der Antike beispielsweise Ptisane – eine Grütze oder ein Absud aus gekochten Gerstengraupen – aufgrund ihrer guten Verdaulichkeit bei akuten Erkrankungen als Nähr- und Heilmittel eingesetzt.

Außerdem war Gerstenwasser, auch als Tisane bekannt, bis ins 19. Jahrhundert ein oft verschriebenes Getränk für kranke und schwache Menschen. Dazu hat man die Gerste mit Wasser aufgekocht, das Korn verworfen und die Flüssigkeit getrunken.

Für die britischen Royals ist es ein fixer Bestandteil des Speiseplans – Queen Elizabeth II. trinkt angeblich sogar täglich ein Glas, auch ihre Familienmitglieder sollen auf den selbstgemachten Heiltrunk schwören.

Mittlerweile wird Gerstenwasser in Großbritannien auch fertig verkauft und gilt neben seinen gesundheitsfördernden Wirkungen auch als kühlender Sommerdrink. Doch auch Gerstengras-Pulver wird immer beliebter.

Die gesundheitlichen Vorteile von Gerstenwasser

Senkt den Cholesterinspiegel

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) musste aufgrund der Forschungslage anerkennen, dass der regelmäßige Verzehr von Gerste den Cholesteringehalt im Blut reduziert.

Dafür wird mitunter das Beta-Glucan verantwortlich gemacht. Die Cholesterinsenkung beruht darauf, dass Beta-Glucan Gallensäuren bindet, welche dann über den Verdauungstrakt ausgeschieden werden.

Auf diese Weise wird das LDL-Cholesterin abgefangen und aus dem Körper transportiert. Das HDL-Cholesterin wird dabei nicht beeinträchtigt.

An einer Studie am Beltsville Human Nutrition Research Center nahmen 25 Probanden mit leicht erhöhtem Cholesterinspiegel teil. Sie alle wurden für 17 Wochen einer Diät unterzogen. Nach zwei Wochen wurde Vollkorngerste in die Diät integriert.

Die Kontrollgruppe erhielt gar keine Gerste, eine Gruppe so viel Gerste, dass damit täglich 3 Gramm Beta-Glucan aufgenommen wurde und die andere so viel Gerste, dass damit 6 Gramm Beta-Glucan aufgenommen wurde.

Die Untersuchungen ergaben, dass sich die Cholesterinwerte der Studienteilnehmer beider Beta-Glucan-Gruppen signifikant verbesserten, während bei der Kontrollgruppe alles beim Alten blieb.

Durch die Senkung des LDL-Cholesterins kann in einem Zug auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert werden.

Hilft beim Abnehmen

Eine Studie aus Schweden hat gezeigt, dass Gerstenwasser einen positiven Einfluss auf die Darmbakterien hat und so indirekt den Stoffwechsel ankurbeln kann.

Außerdem ist das Korn reich an Ballaststoffen und hält sogar länger satt als Vollkornflocken. Die Gerste einfach wie Reis kochen und in Suppen oder über Salat geben.

Fördert die Verdauung

Die Gerste ist natürlich alkalisch und sehr reich an löslichen und unlöslichen Ballaststoffen und deshalb so dankbar für die Gesundheit unseres Darm´s, sowie für den gesamten Verdauungsvorgang.

Weiterhin hilft es uns bei Verdauungsproblemen wie Verstopfung, Gastritis, und Hämorrhoiden. Lustigerweise kann man mit Gerstenwasser auch Durchfall behandeln und wird bei Kindert oft als natürliches Hausmittel dafür eingesetzt.

Außerdem können die Ballaststoffe des Korns das Risiko von Darmkrebs zu verringern, da es die Darmaktivität erhöht. Des Weiteren reduziert Gerstenwasser die Sekretion von Gallensäure und kann somit Gallensteinen vorbeugen.

Schützt das Herz

Es steht inzwischen außer Frage, dass Vollkornprodukte zur Herzgesundheit beitragen. So sind z. B. Wissenschaftler von der Tulane University School of Public Health and Tropical Medicine nach einer 19 Jahre dauernden Studie mit fast 10.000 Teilnehmern zum Schluss gekommen, dass Menschen, die mehr Ballaststoffe zu sich nehmen, seltener an Herzerkrankungen leiden.

Vor der Menopause scheint die weibliche Hormonkonstellation eine schützende Wirkung auf unsere Gefäße zu haben. Nach den Wechseljahren steigt jedoch auch bei Frauen das Risiko für Arteriosklerose und Herzkrankheiten an.

Forscher von der Tufts University in Boston fanden allerdings heraus, dass Frauen diese Gefahr abschwächen könnten.

An der dreijährigen Studie nahmen 220 postmenopausale Frauen teil. Es reiche aus, pro Woche 6 Portionen Vollkornprodukte zu essen, um das Fortschreiten einer Arteriosklerose einzudämmen.

Bei Frauen, die ausschließlich Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und raffiniertem Getreide zu sich nahmen, konnte diese Wirkung nicht festgestellt werden.

Senkt das Diabetes-Risiko

Diversen Studien zufolge kann die Zusammensetzung der Darmflora auch auf Diabetes Typ 2 hinweisen. Ist die Darmflora gesund, wird der Körper vor Infektionen und schädlichen Stoffen geschützt.

Dabei spielt die intakte Darmbarriere eine entscheidende Rolle. Werden nun aber bestimmte Bakterien gestört, die an dem Aufbau und der Erhaltung dieser Barriere beteiligt sind, dringen vermehrt bakterielle Schadstoffe ein.

Auf diese Weise werden Entzündungen verursacht, die zu einer Insulinresistenz und folglich zu Diabetes führen können.

Untersuchungen haben gezeigt, dass im Darm von Diabetikern weniger von jenen Bakterien vorhanden sind, die Buttersäure produzieren.

Forscher von der Lund University ließen 20 Probanden im mittleren Alter drei Tage lang – morgens, mittags und abends – Brot essen, das bis zu 85 Prozent Gerste enthielt. Die Studienteilnehmer wurden täglich auf Anzeichen für Diabetes und Herzerkrankungen untersucht.

In Folge wurde festgestellt, dass sich der Stoffwechsel der Probanden verbesserte. Sie hatten tiefere Blutzuckerwerte, einen niedrigeren Insulinspiegel und ihre Insulin-Empfindlichkeit nahm zu.

Außerdem wurden die Versuchspersonen weniger von Heißhunger geplagt. Die Forscher kamen zum Schluss, dass Gerste das Risiko für Diabetes und Erkrankungen der Herzkranzgefässe senkt.

Dadurch, dass die Ballaststoffe der Gerste die Vermehrung der guten Darmbakterien anregen, wird auch die Abgabe von wichtigen Verdauungshormonen stimuliert. Eines dieser Hormone hilft wiederum dabei, chronische Entzündungen zu reduzieren.

Kühlt den Körper

Vor allem die Briten nutzen Gerstenwasser zur Abkühlung des Körpers. Das erste was wir fühlen wenn wir Gerstenwasser trinken, ist eine angenehme Kühle in uns. Besonders an heißen Tagen, kann das Getränk kleine Wunder wirken.

Gerstenwasser ist für unsere Gesundheit eine absolute Bereicherung.

Zubereitung von Gerstenwasser

100 g Gerste in 2 Litern Wasser einige Stunden weichen lassen, dann im selben Wasser 1-2 Stunden leicht köcheln lassen (die Gerste sollte ganz weich gekocht sein).

Für den Geschmack können Gewürze wie Ingwer, Nelken, Zimt oder Zitrusschalen mitgekocht werden, ebenso Trockenobst wie Feigen oder Rosinen und das fertige Gerstenwasser kann mit Zitronen– oder Orangensaft vermischt und nach Geschmack gesüßt werden.

Vorsicht bei Glutenunverträglichkeit

Ebenso wie die Getreidearten Roggen und Weizen enthält auch Gerste Gluten. Das Gluten sorgt in Verbindung mit Wasser dafür, dass Brot beim Backen aufgehen kann und dieses auch nach dem Backen seine Form behält.

Während Getreidesorten wie Weizen wegen ihres hohen Glutenanteils gut für die Herstellung von Brot geeignet sind, kommt in der Gerste nur wenig Gluten vor. Trotzdem sollten Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) besser auf Lebensmittel aus Gerste verzichten.

Ansonsten kann es zu einer chronischen Entzündung der Schleimhaut des Dünndarms kommen. Typische Symptome einer solchen Entzündung sind Durchfall, Erbrechen, Gewichtsverlust und Müdigkeit.

Da aus Gerste auch Bier gebraut wird, sollten Personen mit einer Glutenunverträglichkeit auch ihren Bierkonsum reduzieren. Als Alternative zu den glutenhaltigen Getreidearten können glutenfreie Getreiden wie Mais, Reis oder Hirse verwendet werden.



Bildquelle:

  • http://healthyliving.natureloc.com/barley-water-good-remedy-for-urinary-tract-infection/
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