9 unerwartete Diabetes-Trigger

9 unerwartete Diabetes-Trigger

Umweltschadstoffe als Diabetes-Trigger

Wir wissen, dass eine schlechte Ernährung und Inaktivität, zwei gemeinsame Faktoren sind, die zu Typ-2-Diabetes führen können. Was aber nicht viel diskutiert wird, ist die Tatsache, dass so viele Menschen aus anderen, weniger bekannten Gründen mit dieser Krankheit zu tun haben. Gründe, die manchmal außerhalb unserer Kontrolle liegen.

Hast Du schon einmal an Diabetes Typ 2 als Krankheit der Umwelt gedacht? In unserer Lebenszeit sind wir täglich Tausenden von Chemikalien ausgesetzt. Von BPA, das in Konserven enthalten ist, bis hin zu Fahrzeugabgasen und Phthalaten, die in bestimmten Kunststoffen vorkommen. Diese Umweltschadstoffe können unsere Stoffwechselfunktion erheblich verändern. Es mag verwirrend erscheinen, aber denk mal darüber nach, wie Chemikalien das Hormongleichgewicht und die Hormonfunktion beeinflussen. Besonders die Hormone, die unseren Stoffwechsel regulieren.

9 unerwartete Diabetes-Trigger – Es geht nicht nur um Essen und Bewegung

Es ist richtig, dass Typ-2-Diabetes in den meisten Fällen, durch eine schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung verursacht wird. Neuere Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass es mehr als diese beiden Faktoren gibt. Ein Bericht von der Internationalen Diabetes-Vereinigung zeigt, dass die weltweite Prävalenz von Diabetes bei 415 Millionen Menschen im Jahr 2015 lag und dass sie im Jahr 2040 schnell auf 642 Millionen steigen könnte. Trotz des Wissens, dass eine gesunde Ernährung und viel Bewegung bei Diabetes helfen, steigen die Raten Jahr für Jahr weiter an. Doch warum?

Dies könnte bedeuten, dass eine gesunde Ernährung oder mehr Bewegung nicht unbedingt bei jedem hilft. Wissenschaftler interessieren sich zunehmend für die Rolle von Umweltchemikalien in den Epidemien von Diabetes und Fettleibigkeit. Studien zeigen Verbindungen zwischen verschiedenen Umweltbelastungen und Typ-2-Diabetes sowie Beweise für den Zusammenhang von Umweltschadstoffen und Fettleibigkeit. Das kommt vor allem dadurch, dass die Umweltchemikalien unsere neuronalen Schaltkreise verändern, die unser Essverhalten regulieren.

Herkömmliche Risikofaktoren für Diabetes wie Fettleibigkeit, Bewegungsmangel, Alter und Vorerkrankungen in Familie können nicht allein die rasch zunehmende Prävalenz dieser Krankheit erklären. Bestimmte Umweltchemikalien und Schwermetalle, die die Luft, das Wasser und den Boden kontaminieren, setzen Kinder, Erwachsene und Frauen in ihrer pränatalen Phase frei und verstärken diese Epidemie.

9 unerwartete Diabetes Trigger

1. Arsen als Trigger

Untersuchungen zeigen, dass eine chronische Exposition gegenüber Arsen, die Insulinsekretion beeinträchtigen und das Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes erhöhen kann. Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 die im American Journal of Physiology veröffentlicht wurde, kontaminiert Arsen das Trinkwasser von mehreren Millionen Menschen weltweit. Außerdem wurde Arsen mit der Insulinresistenz und Diabetes in Verbindung gebracht. In der Studie zeigten Mäuse, die acht Wochen lang im Trinkwasser subtoxischen Konzentrationen von anorganischem Arsen ausgesetzt waren, eine gestörte Glukosetoleranz im Vergleich zur “Kontrollgruppe”. Die Forscher fanden auch heraus, dass das Arsen, Veränderungen im täglichen Nahrungsaufnahmeverhalten und im Energiestoffwechsel induzierte. Die Wissenschaftler folgerten, dass die Exposition gegenüber Arsen die Glukosetoleranz beeinträchtigt, indem sie die Insulinsekretion von Betazellen, die in der Bauchspeicheldrüse vorkommen, verändert. Außerdem stellten die Forscher veränderte Verhaltensweisen fest, die die Stoffwechselfunktion beeinflussen.

Arsen wurde schon des öfteren in unserem Wasser, Öl, Luft und Lebensmitteln nachgewiesen. Leider ist es unmöglich die Arsen Exposition zu vermeiden, weil es natürlich in unserer Umwelt vorkommt. Darüber hinaus setzten die Europäischen Behörden keine Grenzwerte für den Arsengehalt in unseren Lebensmitteln. Deshalb wurde der Stoff schon des öfteren in gängigen Lebensmitteln wie Reis, Hühnchen, Apfelsaft und Proteinpulver nachgewiesen. Neben dem Arsen in unserem Reis wird es auch noch auf andere Weise verwendet, zum Beispiel als Futterzusatz, als Insektizid, zur Konservierung von Holz, als Pestizid und in Pharmazeutika. Bis unsere Regierung Grenzwerte festlegt, kannst Du damit beginnen, die Arsenexposition durch den Verzehr von Bio- und Vollwertkost zu begrenzen.

2. BPA als Trigger

BPA, oder Bisphenol A, ist eine synthetische Verbindung, die verwendet wird, um bestimmte Kunststoffe, Konserven, Spielzeug und medizinische Geräte herzustellen. Die Forschung zeigt, dass BPA mit einer Vielzahl von Gesundheitsstörungen assoziiert ist und potenziell endokrinschädigende und diabetogene Wirkungen hat. In einer im International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlichten Studie, fanden die Wissenschaftler ein erhöhtes Typ-2 Diabetesrisiko durch die BPA-Exposition. Die synthetische Verbindung wirkt direkt auf die Bauchspeicheldrüse und beeinträchtigt die Insulin- und Glukosesekretion, wodurch ein insulinresistenter Zustand ausgelöst wird.

Die Daten der Studie zeigen, dass BPA-Konzentrationen bei Säuglingen, die mit Polycarbonatflaschen gefüttert wurden, am höchsten sind. Es wird geschätzt, dass die tägliche Aufnahme für Erwachsene etwa 1,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht beträgt. Die toxischen BPA Konzentrationen, die gesundheitsschädlich sein können, betragen fünf Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht – pro Tag. Vorsicht: Viele Produkte, die als BPA-frei gekennzeichnet sind, enthalten jetzt BPS (Bisphenol S) und andere Chemikalien, die ebenfalls zu Stoffwechselstörungen führen können. Um BPA Konzentrationen zu vermeiden, solltest Du möglichst Glasbehälter und hochwertige Edelstahlbehälter verwenden.

Ach ja! Unsere Kassenbons sind in den meisten Fällen mit BPA oder verwandten Verbindungen beschichtet.

3. PCB als Trigger

PCB (polychlorierte Biphenyle) sind von Menschen hergestellte organische Chemikalien, die in Hunderten von industriellen und kommerziellen Produkten verwendet werden bzw. wurden. Diese Stoffe zählen inzwischen zu den zwölf als dreckiges Dutzend bekannten organischen Giftstoffen, welche durch das Stockholmer Übereinkommen vom 22. Mai 2001 weltweit verboten wurden. ABER – PCB haben sich überall auf der Erde ausgebreitet. Sie sind in der Atmosphäre, den Gewässern und im Boden allgegenwärtig nachweisbar. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass PCB lange nach der Exposition im menschlichen Körper bleiben, weil die Toxine in unserem Fettgewebe akkumulieren. Vor dem Verbot wurden die Chemikalien zur Herstellung von Farben auf Ölbasis, Kunststoffen, Bodenbeschichtungen, Abdichtungen, Wärmedämmstoffen und elektrischen Geräten verwendet. PCB werden auch aus brennenden Abfällen, schlecht bewirtschafteten Deponien und Lecks von elektrischen Transformatoren in die Umwelt freigesetzt. Sie finden sich auch in den Körpern kleiner Organismen und Fische, einschließlich der Fische, die wir essen.

Wie hängt das mit Diabetes zusammen? Ganz einfach, diese Toxine verändern unseren Hormonhaushalt und somit auch unsere Stoffwechselfunktion. Dies hat zur Folge, dass das Risiko für Krankheiten wie Diabetes in die Höhe schießt.

4. PAK als Trigger

PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sind eine Klasse von Chemikalien, die natürlicherweise in Benzin, Rohöl und Kohle vorkommen. Sie werden produziert, wenn Kohle, Gas, Öl, Tabak oder Müll verbrannt werden. Sie verunreinigen die Luft durch Fahrzeugabgase, Zigarettenrauch, Abgase von Kohle- und Asphalterhitzung, verbranntem Fleisch und brennendem Holz.

Eine veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2014 zeigt, dass hohe PAK-Werte im Urin bei Teilnehmern, mit der Entwicklung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen im Alter von 20 bis 65 Jahren assoziiert sind. Diese Ergebnisse waren unabhängig von potenziellen Risikofaktoren wie Geschlecht, Rasse, Rauchen oder BMI. Die Forscher stellten auch fest, dass frühere Studien bereits einen Zusammenhang zwischen einer PAK-Exposition und Entzündungen festgestellt hatten.

Zwei der Hauptquellen von PAK sind das Einatmen von Zigarettenrauch und der Konsum von PAK in Lebensmitteln. Das erhitzen von Fleisch oder anderen Lebensmitteln bei hohen Temperaturen, gerade beim Grillen, erhöht die Menge an PAK in Lebensmitteln. Das lässt sich aber leicht vermeiden. Das Fleisch kann einfach vorgekocht werden, um die PAK-Konzentrationen zu senken. Außerdem sollte übermäßiger Rauch vermieden werden.

5. Phthalate als Trigger

Phthalate sind chemische Verbindungen, die als Weichmacher eingesetzt werden, um die Haltbarkeit, Flexibilität und Transparenz von Produkten aus Kunststoff zu erhöhen. Eine in Australien durchgeführte Studie untersuchte die Zusammenhänge zwischen Phthalat und der Entwicklung von Typ-2-Diabetes und anderen chronischen Erkrankungen. Die Forscher fanden Phthalate in 99,6 % aller Urinproben (erschreckend). Außerdem stellten Sie fest, dass die Phthalat-Gesamtexpositionen positiv mit Typ-2-Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck assoziiert waren. Dies deutet darauf hin, dass die Exposition gegenüber Phthalaten in direktem Zusammenhang mit der Entwicklung von Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen bei Männern im Alter zwischen 39 und 84 Jahren steht.

Laut der EPA, werden Phthalate in vielen Industrie- und Konsumgütern verwendet. Diese Chemikalien werden vor allem in kosmetischen Produkten, Haushaltsreinigern, Verpackungsmaterialien und medizinischen Versorgungsprodukten benutzt. Die beste Möglichkeit, Phthalate zu vermeiden ist, Kosmetik- und Pflegeprodukte aus natürlichen Stoffen zu verwenden. Außerdem sollten auch natürliche Reiniger verwendet werden. Weiterhin enthalten auch Lebensmittel die in Plastik eingepackt sind Phthalate.

6. Quecksilber als Trigger

Die Forschung zeigt, dass Quecksilber, Hyperglykämie induzieren kann, indem es die Funktion von Pankreas-Beta-Zellen verändert. Laut einer Meta-Analyse, in der 34 Studien ausgewertet wurden, fanden die Wissenschaftler ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes aufgrund von Quecksilber-Konzentrationen im Blut. Obwohl die Beziehung zwischen Quecksilber und Typ-2-Diabetes nicht in allen Studien konsistent ist, gibt es Daten, die auf eine Assoziation zwischen den gesamten Quecksilber-Konzentrationen und der Inzidenz von Diabetes hinweisen.

Quecksilber, ein Schwermetall, das in der Erdkruste gefunden wird, wird aufgrund menschlicher Aktivitäten wie Goldabbau und Kohleverbrennung in die Umwelt freigesetzt. Quecksilber findet sich auch in Zahnamalgamfüllungen, elektrischen Schaltern, Thermometern und Leuchtstofflampen. Organisches Quecksilber kann in Fischen gefunden werden, vor allem in Schwertfisch, Hai, Königsmakrele, Großaugenthun und Florfish. Um die Quecksilberbelastung zu reduzieren, vermeide quecksilberreiche Fische, eine Schwermetallentgiftung und die Verwendung von pflanzlichen Arzneimitteln, deren Produktion und Herkunft nicht richtig ersichtlich oder gar unbekannt ist.

7. Cadmium als Trigger

Wie Quecksilber kann auch Cadmium natürlich in der Umwelt gefunde werden. Es wird durch das Schmelzen und den Bergbau freigesetzt. Außerdem wird Cadmium in vielen industriellen Prozessen verwendet z.B. im Metallbau, der Kunststofffertigung und bei der Herstellung von Pigmenten. Es kontaminiert auch Lebensmittel, die aus Cadmium enthaltendem Boden oder Wasser stammen. Einige Lebensmittel die Cadmium enthalten können sind, Gemüse, Reis und andere Getreidekörner, Kartoffeln und Tabak. Es kann auch in das Grundwasser gelangen.

In einer im Jahr 2017 durchgeführten Metaanalyse, wurden neun Studien mit insgesamt 28.691 Teilnehmern ausgewertet, um den Zusammenhang zwischen Cadmium und dem Diabetesrisiko zu ermitteln. Forscher fanden heraus, dass für jedes Mikrogramm Cadmium im Urin das Risiko für Diabetes um 16 Prozent stieg. Es wurde gefolgert, dass die Cadmiumexposition signifikant mit der Prävalenz von Diabetes in Verbindung gebracht werden kann. Größere Studien werden hierzu noch benötigt, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

8. Pestizide als Trigger

Pestizide sind Chemikalien, die in der Landwirtschaft weit verbreitet sind. Sie werden verwendet, um Schädlinge zu verhindern und zu vernichten. Der universelle Einsatz von Pestiziden, verursacht Umweltverschmutzung auf der ganzen Welt. Durch die Nahrung nehmen wir Sie in unseren Körper auf. In der Tat ist die Umweltverschmutzung durch Pestizide in den Entwicklungsländern am bedeutsamsten, da der Einsatz dieser Chemikalien so umfangreich und schlecht gehandhabt wird.

Eine systematische Überprüfung und Meta-Analyse untersuchte die Rolle von Pestiziden in der Pathogenese von Diabetes. Die Forscher schlossen 22 Studien in ihre Analyse ein und fanden einen positiven Zusammenhang zwischen einer erhöhter Pestizidbelastung und dem Diabetesrisiko.

9. Nickel als Trigger

Nickel ist ein Metall, das oft mit anderen Metallen kombiniert wird, um Legierungen zu bilden. Diese kommen dann bei der Herstellung von Metallmünzen, Schmuckstücken, Batterien, Ventilen und Wärmetauschern zum Einsatz. Das Metall wird über die Verbrennung in Kraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen in die Umwelt freigesetzt. Außerdem kann es in industriellen Abwässern freigesetzt werden und dadurch in den Boden gelangen.

Eine Studie aus China untersuchte einen Zusammenhang zwischen Nickel und Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen. Die Forscher fanden heraus, dass die durchschnittliche Konzentration von Nickel im Urin bei den 2.115 Teilnehmern ca. 3,6 Milligramm pro Liter betrug und die Prävalenz von Diabetes bei 35 Prozent lag. Erhöhte Nickel-Konzentrazionen im Urin verursachten einen höheren Nüchternglukosespiegeln.

Menschen, die nickelhaltigen Staub oder Rauch einatmen, wie z. B. Schweißer, haben ein erhöhtes Risiko für toxische Nickelbelastungen. Wer mit nickelhaltigen Metallen und Lösungen arbeitet, ist ebenfalls gefährdet.


Chlorella zur Entgiftung (In Deutschland angebaut)


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