Tiefenhirnstimulation erweist sich als effektive Therapie für MS-Patienten

Tiefenhirnstimulation

Mindestens 90 Prozent der Menschen mit Multipler Sklerose (MS) klagen über schwere Müdigkeit, die die Arbeit und das Privatleben stark beeinträchtigen kann. Das führt meist auch dazu, dass viele Menschen ihre Arbeit aufgeben müssen.

Tatsächlich berichten viele Menschen mit Multipler Sklerose, dass Müdigkeit eines der lästigsten Symptome der Krankheit ist.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Müdigkeit sind begrenzt. Glücklicherweise wurde die tiefe transkranielle Magnetstimulation (dTMS), bei der Diagnose und Behandlung einer ganzen Reihe von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt.

In der Studie, die von Professor Friedemann Paul vom NeuroCure Clinical Research Center durchgeführt wurde, wurde herausgefunden, dass dTMS (Umgangssprachlich auch Tiefenhirnstimulation) mit Hilfe der proprietären H-Spule, einer Technologie, die eine dreimal tiefere Hirnstimulation als die des normalen TMS ermöglicht, signifikante Verbesserungen der Ermüdungserscheinungen ermöglicht.

Die Studie

Die Schwere der MS-bedingten Symptome wurde mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens und der Fatigue Severity Scale ermittelt. 33 Studienteilnehmer, die an MS-bedingter Müdigkeit litten, wurden sechs Wochen lang dreimal wöchentlich mit dTMS behandelt.

Die Therapie umfasste eine Stimulations-H-Spule über dem Kopf des Teilnehmers, die ein Magnetfeld erzeugt, das die Nervenaktivität und die neuronalen Schaltkreise im Gehirn steuert. Eine Kontrollgruppe erhielt eine Placebo-Behandlung, die nicht näher ausgeführt wurde.

Wir beobachteten keine ernsthaften Nebenwirkungen bei Patienten, die mit dTMS behandelt wurden, und es lohnt sich daher, die Verträglichkeit dieser nicht-invasiven elektrophysiologischen Technik zu betonen”, sagte Paul.

Die Behandlung wurde mit einer neuen H-Spule durchgeführt, die speziell für die Studie entwickelt wurde. Die Spule ermöglicht eine gezielte Stimulation des Gehirns, die nach neuesten Erkenntnissen Schlüsselelemente der MS-assoziierten Müdigkeit sind. Eine Folgestudie mit einer größeren Teilnehmerzahl steht kurz vor der Fertigstellung.

Ronen Segal, Chief Technology Officer der Brainsway Ltd., sagte seinerseits: “Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit zwischen Prof. Dr. Friedemann Paul und seinem Team an der Charité NeuroCure und Brainsway bei der Erforschung des Einsatzes unserer patentierten Deep TMS-Technologie zum Nutzen von MS-Patienten.

Diese vielversprechenden Ergebnisse bei der Linderung der sehr schwer zu behandelnden Müdigkeitssymptome bei MS lassen neue Hoffnung auf eine Lösung für die vielen Patienten aufkommen. Brainsway ist ein in Jerusalem ansässiges Unternehmen, das sich der Entwicklung von medizinischen Geräten widmet.

Mehr zur Tiefenhirnstimulation

Neben der Multiplen Sklerose kann die Tiefenhirnstimulation auch zur Behandlung von Krankheiten wie Parkinson und essentiellem Tremor eingesetzt werden, einer Nervenstörung, die durch das unkontrollierbare Schütteln von Kopf, Zunge, Armen, Kinn, Händen und Kehlkopf gekennzeichnet ist.

In den 1960er Jahren wurde ein kleiner tiefer Bereich im Gehirn, der Thalamus oder ein anderer Teil des Gehirns, der Globus pallidus genannt wird, durch eine Operation entdeckt.

Die Elektrode für die Tiefenhirnstimulation wird in das Gehirn implantiert. Es ist durch einen Draht mit einem Herzschrittmacher-ähnlichen Gerät verbunden, das unter der Haut über dem Brustkorb verbleibt und elektrische Schläge erzeugt.

Die Tiefenhirnstimulation ist insofern von Vorteil, als dass die Elektrostimulation an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden kann, nicht aber der chirurgische Eingriff.

Die Elektrode verfügt über vier Metallkontakte, die in verschiedenen Kombinationen arbeiten können. Das heisst, auch wenn ein Elektrodenkontakt nicht an seinem genauen Ort ist, kann einer der anderen oder eine Kombination aus einigen der anderen elektrischen Kontakte die Annäherung an das richtige Ziel ausgleichen.


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