Hoher Blutdruck? Dreh das Thermostat auf!

Hoher Blutdruck? Dreh das Thermostat auf

Dreh das Thermostat auf!

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie könnte der Aufenthalt in einer kühleren Wohnung ein Risikofaktor für Bluthochdruck sein. Die Autoren sind der Meinung, dass die normale Temperatur des Hauses mit gefährdeten Personen besprochen werden sollte.

Hoher Blutdruck, oder Hypertonie, betrifft mehr als 35 Millionen Erwachsene in Deutschland. (1)

Obwohl Bluthochdruck selten signifikante Symptome hervorruft, erhöht er das Risiko, dass andere schwerwiegendere Probleme wie Schlaganfall und Herzinfarkt auftreten können.

Bluthochdruck wird immer häufiger und bildet die Grundlage für signifikante und potenziell lebensverändernde Gesundheitsprobleme.

Aus diesen Gründen ist es wichtig zu verstehen, warum er auftritt und wie er behandelt werden kann. Viele Risikofaktoren – wie z.B. hohes Alter, Bluthochdruck in der Familie, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Rauchen und zu viel Alkoholkonsum – sind bereits bekannt.

Eine kürzlich am University College London (UCL) in Großbritannien durchgeführte Studie fügt der Liste einen neuen Risikofaktor hinzu: die Temperatur der Wohnung.

Die Forschungsarbeit mit dem Titel: “Mein Blutdruck ist heute niedrig, hast du die Heizung an? Der Zusammenhang zwischen Innentemperatur und Blutdruck – erschien kürzlich im Journal of Hypertension. (2)

Temperatur und Blutdruck

In früheren Studien wurden kältere Lebensbedingungen vorläufig mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck in Verbindung gebracht. Diese Studien hatten jedoch keinen Zugang zu national repräsentativen Daten, was ihre Ergebnisse weniger solide machte.

Die jüngste Studie, die an einer großen Zahl von Teilnehmern durchgeführt wurde, liefert wesentlich fundiertere Aussagen über den Zusammenhang zwischen der Raumtemperatur und dem Blutdruck.

Zur Untersuchung nahmen die Forscher Daten aus dem Gesundheitsbericht für England aus dem Jahr 2014, der Informationen von 4.659 Personen ab 16 Jahren enthielt. Zunächst beantwortete jeder Teilnehmer Fragebögen zu Lifestyle-Faktoren.

Anschließend wurden sie von einer Krankenschwester besucht, die die Umgebungstemperatur in ihrem Wohnzimmer ermittelte und ihren systolischen und diastolischen Blutdruck bzw. die Kraft der Herzkontraktion und den Widerstand in den Blutgefäßen misst.

Ein gesunder Blutdruck liegt zwischen 90/60 Millimeter Quecksilber (mmHg) und 120/80 mmHg.

Sie fanden heraus, dass für jeden Temperaturabfall von 1°C ein Anstieg des systolischen Blutdrucks um 0,48 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um 0,45 mmHg zu verzeichnen war.

Für Personen in den kühlsten Wohnungen lag der durchschnittliche systolische Blutdruck bei 126,64 mmHg und der diastolische bei 74,52 mmHg. Diejenigen in den wärmsten Häusern waren 121,12 mmHg bzw. 70,51 mmHg.

Sollten Ärzte die Raumtemperatur in Betracht ziehen?

Diese Ergebnisse waren signifikant, auch nachdem die Daten angepasst worden waren, um potenziell verwirrende Variablen wie sozioökonomische Demografie und Außentemperatur.

Der Zusammenhang zwischen Raumtemperatur und Blutdruck war bei den Teilnehmern, die nicht regelmäßig trainierten, am ausgeprägtesten. Daher könnte ein erhöhtes Maß an Bewegung dazu beitragen, die möglichen negativen Auswirkungen des Lebens bei kühleren Temperaturen umzukehren.

Dr. Stephen Jivraj vom UCL-Institut für Epidemiologie und Gesundheitswesen erklärt.

“Unsere Forschung”, sagt er, “hat dazu beigetragen, die höheren Bluthochdruckraten sowie die potenzielle Zunahme von Todesfällen durch Schlaganfall und Herzerkrankungen in den Wintermonaten zu erklären. Das bedeutet, dass die Innentemperaturen bei Diagnose- und Behandlungsentscheidungen und in den Botschaften der öffentlichen Gesundheit ernster genommen werden sollten”.

Die Forscher glauben, dass die neue Studie genügend Beweise liefert, um bestimmte Patienten mit Bluthochdruck zu beraten.

“Wir würden vorschlagen, dass Mediziner die Innentemperatur in Betracht ziehen, da sie eine Diagnose beeinflussen könnte, wenn jemand an grenzwertiger Hypertonie leidet,” sagte Studien-Co-Autorin Hongde Zhao

Aus den gesammelten Daten konnten die Wissenschaftler nicht die perfekte Temperatur für das eigene Zuhause ermitteln. Die Autoren schlagen jedoch vor, dass eine Temperatur von mindestens 21°C empfohlen wird.