Studie: Pestizide schädigen die Flugfähigkeit von Honigbienen

Pestizide schädigen die Flugfähigkeit von Honigbienen

Die Flugfähigkeit von Honigbienen

Eine häufig verwendete Klasse von Pestiziden namens Neonicotinoid schädigt die Flugfähigkeit von Honigbienen, wie eine aktuelle Studie ergab. Frühere Studien haben gezeigt, dass Honigbienen, die die genannte Chemikalie aufgenommen haben, weniger wahrscheinlich in die Kolonie zurückkehren, was wiederum die Zahl der Bestäuber verringert hat.

Im Rahmen der neuen Studie untersuchte ein Forscherteam der University of California, San Diego und der University of Bologna in Italien die Auswirkungen des neonicotinoidbasierten Pestizids Thiamethoxam auf die Flugfähigkeit von Honigbienen. (1)

Das Forschungsteam baute auch ein Bienenflugtestgerät, eine Flugmühle, von Grund auf neu, um den Insekten die Bestäubung unter kontrollierten und konsistenten Bedingungen zu ermöglichen. Die Studie ergab, dass die typische Neonicotinoid-Exposition nachweislich zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Flugfähigkeit der Insekten führt.

“Unsere Ergebnisse sind der erste Beweis dafür, dass die feldrealistische Exposition gegenüber diesem Pestizid allein in ansonsten gesunden Kolonien die Flugfähigkeit der Bienen verändern kann, insbesondere die Flugdistanz, -dauer und -geschwindigkeit.

Das Überleben der Honigbienen hängt von ihrer Fähigkeit zu fliegen ab, denn nur so können sie Nahrung sammeln. Ihre Flugfähigkeit ist auch entscheidend, um die Bestäubung von Nutzpflanzen und Wildpflanzen zu gewährleisten”, sagte die Forscherin Simone Tosi.

Nach Angaben des Forschungsteams war die kurzfristige Pestizidbelastung mit einer kurzfristigen Erhöhung der Aktivität der Honigbienen verbunden. Die Studie zeigte, dass die Bienen weiter gejagt, aber unkontrollierter geflogen sind.

Andererseits war die langfristige Pestizidbelastung von ein bis zwei Tagen mit einer reduzierten Flugkapazität bei Honigbienen verbunden, sagten Forscher.

“Bienen, die über größere Entfernungen unkontrollierter fliegen, haben eine geringere Wahrscheinlichkeit, nach Hause zurückzukehren. Die Honigbiene ist ein sehr soziales Wesen, so dass das Verhalten von Tausenden von Bienen für das Überleben der Kolonie unerlässlich ist.

Wir haben gezeigt, dass eine subletale Dosis zu einer tödlichen Wirkung auf die gesamte Kolonie führen kann”, fügte der Forscher Professor James Nieh in einem separaten Artikel in UCSDNews hinzu. (2)

Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht. (3)

Pestizide richten Verwüstungen in der Honigbienenpopulation an

Flugschäden sind nur eine der vielen negativen Auswirkungen der Neonicotinoidbelastung auf die Honigbienen. Eine im Jahr 2017 veröffentlichte Studie ergab, dass Neonicotinoid-Pestizide die Spermienzahl der Honigbienen reduziert haben, was den Rückgang der Bienenpopulation in Nordamerika und Europa in den letzten 15 Jahren erklären könnte.

Im Rahmen der Studie untersuchten Forscher des Instituts für Bienengesundheit der Universität Bern, Schweiz, wie sich zwei Neonicotinoid-Pestizide – Thiamethoxam und Clothianidin – auf die reproduktive Gesundheit der männlichen Honigbienen auswirken.

Das Forschungsteam teilte die Chargen männlicher Honigbienen zufällig in zwei Gruppen ein. Die Gruppe, die dem Pestizid ausgesetzt war, und die Kontrollen. Das Team sammelte dann Samenproben von den Insekten.

Die Forscher fanden heraus, dass Honigbienen, die Pestiziden ausgesetzt waren, 39 Prozent weniger lebende Spermien hatten und eine signifikant höhere Sterblichkeitsrate hatten als die Kontrollen. (4)

Das Forschungsteam stellte auch fest, dass die Pestizide irreversible DNA-Schäden am Sperma von Honigbienen verursachen können. Die Experten stellten jedoch fest, dass der Mechanismus hinter den pestizidbedingten Schäden unklar blieb.

“Der Prozess des Paarungsflugs der Dame ist eine einmalige Sache, deshalb ist es wirklich wichtig, dass sie viel hochwertiges Sperma sammelt. Wenn nicht, dann werden die Arbeiterbienen im Bienenstock schnell spüren, dass die Dame nutzlos ist und sie töten….

Das Vorhandensein dieser Chemikalien könnte ein Grund für die kämpfenden Bienenzahlen sein, die wir in den letzten 15 Jahren auf der nördlichen Hemisphäre gesehen haben. Aufgrund der Vielzahl verschiedener Faktoren, die die Bienenpopulationen beeinflussen, können wir jedoch noch nicht sicher sein, ob alleine die Pestizide schuld sind”, sagt der Forscher Lars Straub.


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