Studie: Niedrig dosiertes THC regeneriert das Gedächtnis bei älteren Mäusen

Studie: Niedrig dosiertes THC regeneriert das Gedächtnis bei älteren Mäusen

Niedrig dosiertes THC

Eine neue Studie ergab, dass, während eine niedrige Dosis des Cannabinoids delta-9-tetrahydrocannabinol junge Mäuse dazu veranlasste, schlechtere Leistungen bei Lern- und Gedächtnisaufgaben zu erbringen, es altersbedingtes Lernen und Gedächtnisverlust bei älteren Mäusen wiederherstellte.

Die Forscher warnen jedoch davor, dass mehr Forschung geleistet werden muss, bevor man sagen kann, dass die Cannabisverbindung den kognitiven Rückgang bei älteren Menschen umkehren könnte.

Die Studie – geleitet von Forschern der Universität Bonn und des LIMES Institute, beide in Deutschland, in Zusammenarbeit mit Kollegen der Hebräischen Universität Jerusalem in Israel – wurde in der Zeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. (1)

Cannabinoide wie Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) gehören zu einer Klasse von mehr als 100 aktiven oder bewusstseinsverändernden Verbindungen, die in der Cannabis- oder Marihuana-Pflanze vorkommen. Sie üben eine starke Wirkung aus, weil sie mit Cannabinoidrezeptoren im Gehirn interagieren.

Der Körper stellt auch seine eigenen Cannabinoide her, die mit den Cannabinoidrezeptoren interagieren, um eine Reihe von Funktionen zu regulieren, darunter das Bewusstsein für Zeit, Konzentration, Gedächtnis, Denken, Vergnügen, Bewegung, Appetit, Schmerz und die Verarbeitung von sensorischen Signalen wie Berührung, Geruch, Hören, Sehen und Geschmack. (2)

Obwohl das Thema sehr kontrovers diskutiert wird, wurden Cannabinoide auf ihren medizinischen Wert hin untersucht. So wurde CBD beispielsweise auf sein Potenzial zur Behandlung von Epilepsie im Kindesalter und anderen neurologischen Erkrankungen untersucht.

Auch einige THC-basierte Medikamente wurden von der United States Food and Drug Administration (FDA) für spezifische Bedingungen zugelassen, wie z.B. die Behandlung von Übelkeit während der Chemotherapie und die Appetitanregung bei Patienten mit AIDS.

THC kam nur älteren Mäusen zugute

In ihrem Studienbericht erklären die Forscher, dass es “substanzielle Hinweise” gibt, die darauf hindeuten, dass die Cannabinoidrezeptoren des Gehirns zu einem System gehören, das “die physiologischen Prozesse des Alterns moduliert”, und dass diese während des normalen Alterns abnehmen. (3)

Die Forscher beschlossen daher, den Zusammenhang zwischen dem “Endocannabinoid-System“, zu dem die Rezeptoren gehören, und den Symptomen des Alterns bei Mäusen zu untersuchen.

Sie testeten die Wirkung von niedrig dosiertem THC bei 2 Monate alten Mäusen sowie bei reifen und älteren Mäusen (12 bzw. 18 Monate alt).

Die Ergebnisse zeigten, dass die Behandlung für die jungen Mäuse zwar ungünstig war, aber für die reifen und alten Mäuse von Vorteil zu sein schien.

Die jungen Mäuse schnitten bei Lern- und Gedächtnisaufgaben schlechter ab, aber die reifen und alten Mäuse zeigten Verbesserungen in diesen beiden Bereichen.

Das Team fand auch heraus, dass die bei den älteren Mäusen beobachteten Gedächtnis- und Lernverbesserungen mit Veränderungen in der Expression von Genen zusammenhängen, die den Hippocampus regulieren – eine Region des Gehirns, die für die Gedächtnisfunktion wichtig ist.

Die Expressionsmuster des Hippocampus-Gens wurden denen von jungen Mäusen ähnlicher.

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Niedrig dosiertes THC kann eine mögliche Behandlung für ältere Menschen sein

Die Forscher sagen, dass die nächste Phase der Forschung untersuchen sollte, wie lange diese Veränderungen dauern und wie sie sich im Laufe der Zeit ändern, sowie versuchen sollte, die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen.

Bevor Schlussfolgerungen darüber gezogen werden können, wie wahrscheinlich diese Effekte beim Menschen auftreten werden, sollten sie in Studien an anderen Tiermodellen, wie beispielsweise nichtmenschlichen Primaten, untersucht werden.

In ihrer Diskussion stellen die Autoren fest, dass, wenn andere Methoden zur Umkehrung altersbedingter Veränderungen in der Genexpression – wie z.B. die “pharmakologische Blockade von Histon-Deacetylasen” – weiterhin schädliche Nebenwirkungen zeigen, THC und andere Cannabinoide in Betracht gezogen werden sollten.

Sie haben eine “ausgezeichnete Sicherheitserfahrung und erzeugen keine negativen Nebenwirkungen, wenn sie in einer niedrigen Dosis an ältere Menschen verabreicht werden”.

Die Forscher resümieren:

“So könnte eine chronische, niedrig dosierte Behandlung mit THC- oder Cannabisextrakten eine mögliche Strategie sein, um den kognitiven Rückgang bei älteren Menschen zu verlangsamen oder sogar umzukehren.”



Bildquelle:

  • https://truththeory.com/2019/01/05/police-officers-blame-mice-for-half-a-ton-of-missing-weed/