Studie: Cannabis kann helfen, Drogenmissbrauch und psychische Störungen zu bekämpfen

Cannabis kann helfen, Drogenmissbrauch und psychische Störungen zu bekämpfen

Drogenmissbrauch und psychische Störungen

Im Gegensatz zur Forschung, die darauf hindeutet, dass Marihuana als Einstiegsdroge wirken und die Verwendung anderer schädlicher Substanzen fördern kann, zeigt eine neue Studie, dass Cannabis den gegenteiligen Effekt haben kann.

In der Zeitschrift Clinical Psychology Review schlagen Forscher vor, dass der Marihuanakonsum das Potenzial hat, einige Individuen mit Störungen des Drogenkonsums, wie z.B. Opioidabhängigkeit, zu unterstützen.

Darüber hinaus schlägt die Studie – angeführt von Zach Walsh, einem außerordentlichen Professor für Psychologie an der University of British Columbia in Kanada – vor, dass die Verwendung von Marihuana dazu beitragen könnte, die Symptome einiger psychischer Erkrankungen wie posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) zu lindern.

Während Marihuana oder Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge auf der Welt bleibt, wird es zunehmend für medizinische und/oder Freizeitzwecke legalisiert. (1)

In Bezug auf das therapeutische Potenzial des Medikaments, haben einige Studien vorgeschlagen, dass Marihuana helfen kann, Schmerzen, Entzündungen, epileptische Anfälle und sogar die Alzheimer-Krankheit zu behandeln.

Zusätzlich behaupten viele Patienten und Befürworter von medizinischem Marihuana, dass das Medikament das Potenzial hat, psychische Gesundheitsprobleme und Störungen des Drogenkonsums zu behandeln. Die neue Studie von Walsh und dem Team deutet darauf hin, dass diese Personen Recht haben können.

Marihuana kann eine wirksame “Ausstiegsdroge” sein

Die Forscher kamen zu ihrem Schluss, nachdem sie eine systematische Überprüfung von 60 Studien durchgeführt hatten, in denen die Auswirkungen von medizinischem oder nicht-medizinischem Marihuana auf die psychische Gesundheit und den Drogenmissbrauch untersucht wurden. (2)

Die Analyse ergab, dass medizinisches Marihuana Potenzial für die Behandlung von Symptomen von PTBS, Depressionen und sozialer Angst zeigt.

Für Patienten mit psychotischen Störungen – wie z.B. bipolare Störungen – fand das Team jedoch heraus, dass der nicht-medizinische Marihuanakonsum problematisch sein kann.

Zusätzlich zeigt die Überprüfung, dass der Konsum von medizinischem Marihuana einigen Personen mit Störungen des Drogenkonsums helfen kann, indem sie als Ersatz dient.

“Die Forschung deutet darauf hin, dass Menschen Cannabis als Ausstiegsdroge verwenden könnten, um den Einsatz von potenziell schädlicheren Substanzen wie Opioid-Schmerzmitteln zu reduzieren”, erklärt Walsh.

Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass medizinisches Marihuana das Risiko von Selbstverletzungen oder Schäden für andere nicht erhöht, die Forscher stellen fest, obwohl sie davor warnen, dass eine akute Marihuana-Vergiftung und die kürzlich erfolgte Verwendung von medizinischem Marihuana das Kurzzeitgedächtnis und andere kognitive Funktionen beeinträchtigen kann.

Das Team kommt zu dem Schluss, dass mehr Forschung erforderlich ist, um die Auswirkungen des Marihuanakonsums auf die psychische Gesundheit und den Drogenmissbrauch weiter zu untersuchen.

Dies ist besonders wichtig angesichts des zunehmenden Konsums von Marihuana.

“Es gibt derzeit nicht viele klare Leitlinien, wie Psychotherapeuten am besten mit Menschen zusammenarbeiten können, die Cannabis für medizinische Zwecke verwenden.

Nach dem Ende der Prohibition ist es vielleicht nicht mehr möglich, den Menschen zu sagen, dass sie einfach aufhören sollen, Drogen zu nehmen. Zu wissen, wie man Cannabis in der Behandlungsgleichung berücksichtigt, wird eine Notwendigkeit werden.”



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