Forscher entdecken Zusammenhang zwischen Krebs, Schilddrüsenerkrankungen und Jodmangel

Forscher entdecken Zusammenhang zwischen Krebs, Schilddrüsenerkrankungen und Jodmangel

Krebs, Schilddrüsenerkrankungen und Jodmangel

Eine kürzlich durchgeführte Studie entdeckte ungewöhnlich hohe Konzentrationen eines bestimmten Schilddrüsenhormons sowie Schilddrüsenperoxidase und Thyreoglobulin-Antikörper bei Brustkrebspatientinnen, was einen Zusammenhang zwischen Schilddrüsenerkrankungen und Brustkrebs impliziert.

In Europa leben derzeit fast 14% der Frauen mit Brustkrebs, aber zwischen 10 und 40% der erwachsenen Bevölkerung leben mit verschiedenen Formen von Schilddrüsenerkrankungen.

Ein Zusammenhang zwischen beiden, wie z.B. eine gemeinsame Ursache, könnte erklären, warum die Bevölkerung in den letzten Jahren einen Aufwärtstrend bei schilddrüsen-bedingten Krankheiten – einschließlich verschiedener Krebsarten – erlebt hat.

Einige Forscher und Ärzte glauben nun, dass dieser Zusammenhang ein Jodmangel sein kann.

Erläuterung des Zusammenhangs

Um zu verstehen, wie ein Jodmangel sowohl zu bestimmten Krebsarten als auch zu Schilddrüsenerkrankungen beitragen kann, ist es wichtig zu verstehen, wie Jod im Körper funktioniert.

Jod gelangt in Form von Jodat oder Jodid in den Körper, wenn wir Wasser trinken oder essen”, erklärt ein Beitrag. (1) Das Jodat wird im Magen in Jodid umgewandelt.

Die Schilddrüse bindet und konzentriert Jodid und verwendet es bei der Synthese und Speicherung von Schilddrüsenhormonen…. es wird geschätzt, dass 75% des täglich in den Körper aufgenommenen Jodids durch aktiven Transport in die Schilddrüse gelangt.

Etwa zwei Drittel davon werden für die Hormonsynthese verwendet, die restliche Menge wird wieder in die extrazelluläre Flüssigkeit abgegeben. Die Schilddrüse enthält den größten Jodidpool des Körpers, etwa 8 bis 10 mg.

Das meiste von diesem Jodid ist mit Thyreoglobulin assoziiert, einem Vorläufer des Schilddrüsenhormons und einer Quelle von Hormonen und jodierten Tyrosinen.

Mit anderen Worten, Jod spielt eine wesentliche Rolle bei der Hormonproduktion und ist besonders wichtig für die Schilddrüse.

Eine Studie in der Zeitschrift Thyroid: Die Fachzeitschrift der American Thyroid Association beschreibt den Zusammenhang zwischen anhaltendem Jodmangel und der Entwicklung bestimmter Krebsarten, insbesondere Schilddrüsentumoren, in Tiermodellen. (2)

Der Zusammenhang zwischen Jodmangel und Schilddrüsenerkrankungen wurde in einer früheren Studie, die in derselben Zeitschrift veröffentlicht wurde, näher untersuch. Sie beschreibt die Rolle, die Jodmangel bei der Verschlimmerung von Schilddrüsenerkrankungen spielen kann. (3)

Jodmangel: Ein globales Problem

Wir erhalten etwa 90% unserer täglichen Jodaufnahme aus der Nahrung und den Rest aus dem Wasser, das wir trinken – Algen sind besonders reich an Jod, ebenso wie Muscheln, Meeresfische und Blattgemüse wie Spinat.

Doch obwohl es viele verfügbare Nahrungsquellen für Jod gibt, schätzen Experten, dass weltweit mindestens 1 Milliarde Menschen an Jodmangel leiden. (4)

Die Folgen können schwerwiegend sein: endemischer Kropf, kognitive Behinderungen, eine verminderte Fruchtbarkeitsrate, ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt und die Kindersterblichkeit sind alle Risiken eines schweren Jodmangels.

Schwangere Frauen und Kleinkinder müssen besonders vorsichtig sein, wenn es darum geht, Jodmangel zu verhindern – die Folgen für Föten und Kleinkinder sind potenziell am schwersten.

Ein Artikel aus der Zeitschrift Pathology skizziert eine vielversprechende Lösung: Ein umfassenderes Screening auf Jodmangel, kombiniert mit Programmen der öffentlichen Gesundheit, die sich an Eltern und Kleinkinder richten.

Dort heißt es: “Die Verfügbarkeit ausgefeilter, empfindlicher und genauer Laboruntersuchungsverfahren bietet eine effiziente und effektive Plattform für die Anwendung des Screenings auf diese Erkrankungen”, schreibt der Autor.

Ein Jodmangel ist leicht zu erkennen: “Die Messung der Urinjodkonzentration bei Kindern oder Schwangeren ist der empfohlene Indikator für das Screening von Jodmangel.” (5)