Vorhersagbare Psychose: Hirnfalten könnten den Schlüssel enthalten

Vorhersagbare Psychose

Eine neue Studie, die kürzlich in der JAMA Psychiatrie veröffentlicht wurde, skizziert eine innovative Technik, die helfen kann, vorherzusagen, welche Menschen am ehesten eine Psychose entwickeln. Es kann eine frühere Diagnose ermöglichen.

Psychose ist ein Symptom für eine Reihe von psychischen Problemen wie Schizophrenie und psychotische Depressionen.

Geprägt von Halluzinationen und Wahnvorstellungen, ist die Psychose eine schwer zu verstehende, zu behandelnde und vorhersagbare Krankheit.

Menschen mit psychotischen Symptomen entwickeln nicht unbedingt eine akute Psychose.

Es ist jedoch schwer vorherzusagen, wessen Symptome sich fortsetzen und verschlimmern werden.

Menschen können sich von einer akuten Psychose erholen, aber das Timing ist entscheidend. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser ist das Ergebnis. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen Weg zu finden, die Menschen mit dem höchsten Risiko einer akuten Psychose zu fangen. (1)

Psychose und das Gehirn

Frühere Arbeiten haben gezeigt, dass Psychosen zumindest teilweise auf fehlerhafte Kommunikation zwischen Teilen des Gehirns zurückzuführen sind. Die moderne Bildgebung hat es ermöglicht, diese gebrochenen Pfade zu visualisieren.

Aber, trotz Verbesserungen im Verständnis, ist eine Methode zur Unterscheidung von Personen, deren Zustand zur akuten Psychose eskalieren wird, schwer fassbar geblieben.

Andere Studien haben nach Veränderungen im Volumen der regionalen grauen Substanz im Gehirn gesucht.

Obwohl Veränderungen bei Menschen mit Psychose gemessen wurden, scheint es, dass sie vor Beginn der Psychose, während des Ausbruchs oder nach Beginn der Psychose auftreten können. Das macht seine Vorhersagekraft relativ schwach.

Vor kurzem haben Forscher der Universität Basel in der Schweiz dieses Problem erneut aufgegriffen. Unter der Leitung von Dr. André Schmidt und Lena Palaniyappan konzentrierte sich das Team auf die grobe Anatomie des Gehirns. Insbesondere interessierten sie sich für die Falten an der Oberfläche des Gehirns oder der Hirnrinde. (2)

Die Entwicklung dieser verworrenen Klumpen und Unebenheiten an der Kortikalis wird als Gyrifikation bezeichnet. Die Falten werden Gyri genannt, und die Tröge dazwischen werden als Sulci bezeichnet.

Der Prozess der Kreiselbildung ist innerhalb der ersten 2 Lebensjahre abgeschlossen und die Strukturen bleiben von da an relativ konsistent.

Studien haben ergeben, dass Fehler in der Gyrifikation zu Erkrankungen wie Schizophrenie führen können. (3)

Die Forscher konzentrierten ihre Untersuchungen auf die Interaktion zwischen den Gyri. Sie waren auf der Jagd nach messbaren Beeinträchtigungen oder Veränderungen in der Kommunikation bei Hochrisikopersonen.

Das Team hoffte, genügend Unterschiede in der kortikalen Kommunikation zu finden, um die Früherkennung von Psychosen zu ermöglichen.

Für die Studie bewerteten sie die Gehirne von über 160 Teilnehmern. Dies waren 44 gesunde Kontrollen, 38 Personen, die ihre erste psychotische Episode erlebt hatten, und 79 Personen, die ein hohes Risiko hatten, eine akute Psychose zu entwickeln. Von den 79 Teilnehmern mit hohem Risiko entwickelten 16 eine akute Psychose. (4)

Untersuchung der Gyri Kommunikation

Sie “rekonstruierten” die Nervenbahnen jedes Gehirns mit Hilfe von MRT-Scans und Techniken aus der mathematischen Graphentheorie, was eine nützliche Methode ist, um zu bestimmen, wie viele Punkte innerhalb eines Systems interagieren (als Knoten bezeichnet).

Sie fanden heraus, dass, verglichen mit gesunden Gehirnen, diejenigen mit einer anfänglichen psychotischen Episode anders waren. Und, als die ersten Episodenhirne mit den Personen verglichen wurden, die eine akute Psychose entwickelten, gab es eine Verringerung der Integration und eine verstärkte Segregation zwischen Gyri.

Anhand der Ergebnisse konnten sie vorhersagen, wer in mehr als 80 Prozent der Fälle von der ersten Episode zur akuten Psychose übergehen würde.

Die Autoren schließen:

“Diese Ergebnisse deuten auf eine schlechte Integration in die koordinierte Entwicklung der kortikalen Faltung bei Patienten hin, die eine Psychose entwickeln.”

Dr. Schmidt: “Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Art der Netzwerkanalyse die individuellen Risikoprognosen deutlich verbessern könnte.

Allerdings stellen die Studienautoren auch fest, dass es sich um eine relativ kleine Studie handelte und noch viel mehr Arbeit erforderlich sein wird.

Dr. Schmidt schlussfolgert: “Zukünftige Längsschnittstudien mit größeren Proben sind jetzt notwendig, um die Prognosegenauigkeit dieser Messung zu bestätigen.



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