Kann eine Insulinresistenz Fibromyalgie verursachen?

Kann eine Insulinresistenz Fibromyalgie verursachen

Insulinresistenz und Fibromyalgie

Forscher unter der Leitung eines Teams der University of Texas Medical Branch in Galveston konnten die Schmerzen von Fibromyalgie-Patienten mit Medikamenten, die auf die Insulinresistenz abzielen, dramatisch reduzieren.

Diese Entdeckung könnte die Art und Weise, wie chronische Schmerzen identifiziert und behandelt werden können, dramatisch verändern.

Dr. Miguel Pappolla, UTMB-Professor für Neurologie, sagte, dass die Entdeckung zwar sehr vorläufig ist, aber zu einer revolutionären Veränderung der Behandlung von Fibromyalgie und verwandten Formen von chronischen Schmerzen führen kann.

Der neue Ansatz hat das Potenzial, dem Gesundheitssystem Milliarden von Dollar zu sparen und die Abhängigkeit vieler Menschen von Opiaten zur Schmerzbehandlung zu verringern.

Das UTMB-Forscherteam konnte zusammen mit Mitarbeitern aus den gesamten USA, darunter die National Institutes of Health, erstmals Patienten mit Fibromyalgie von normalen Individuen mit einem gemeinsamen Bluttest auf Insulinresistenz oder Prädiabetes trennen.

Anschließend behandelten sie die Fibromyalgie-Patienten mit einem Medikament gegen die Insulinresistenz, was ihre Schmerzen drastisch reduzierte. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift PlosOne veröffentlicht. (1)

Kosten für die Behandlung Fibromyalgie sind enorm

Fibromyalgie ist eine der häufigsten Erkrankungen, die chronische Schmerzen und Behinderungen verursacht. Die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen der Fibromyalgie sind enorm – allein in den USA und die damit verbundenen Gesundheitskosten betragen etwa 100 Milliarden Dollar pro Jahr.

Trotz umfangreicher Forschung ist die Ursache der Fibromyalgie unbekannt, so dass es außer schmerzstillenden Medikamenten keine spezifische Diagnostik oder Therapie für diese Erkrankung gibt.

“Frühere Studien entdeckten, dass die Insulinresistenz eine Dysfunktion in den kleinen Blutgefäßen des Gehirns verursacht. Da dieses Problem auch bei Fibromyalgie auftritt, haben wir untersucht, ob die Insulinresistenz das fehlende Glied bei dieser Erkrankung ist”, sagte Pappolla.

“Wir haben gezeigt, dass die meisten – wenn nicht sogar alle – Patienten mit Fibromyalgie durch ihren A1c-Wert identifiziert werden können, was den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten zwei bis drei Monate widerspiegelt.”

Prädiabetiker mit leicht erhöhten A1c-Werten tragen ein höheres Risiko für zentrale (Hirn-)Schmerzen, ein Markenzeichen für Fibromyalgie und andere chronische Schmerzkrankheiten.”

Drastische Verringerung der Schmerzempfindlichkeit

Die Forscher identifizierten Patienten, die an eine subspezialisierte schmerzmedizinische Klinik überwiesen wurden, um gegen weit verbreitete Muskel-/Bindegewebsschmerzen behandelt zu werden.

Alle Patienten, die die Kriterien für Fibromyalgie erfüllten, wurden nach Alter in kleinere Gruppen eingeteilt. Im Vergleich zu altersgerechten Kontrollen waren die A1c-Werte der Fibromyalgie-Patienten signifikant höher.

“In Anbetracht der umfangreichen Forschung zur Fibromyalgie waren wir verwirrt, dass frühere Studien diesen einfachen Zusammenhang übersehen hatten”, sagte Pappolla.

“Der Hauptgrund für diese Kontrolle ist, dass etwa die Hälfte der Fibromyalgie-Patienten A1c-Werte haben, die derzeit im normalen Bereich liegen. Dies ist jedoch die erste Studie, die diese Werte analysiert, die für das Alter der Person normalisiert wurden, da die optimalen A1c-Werte im Laufe des Lebens variieren.

Die Anpassung an das Alter der Patienten war entscheidend, um die Unterschiede zwischen Patienten und Kontrollpersonen aufzuzeigen.”

Mit Metformin wurde für die Fibromyalgie-Patienten ein zur Bekämpfung der Insulinresistenz entwickeltes Medikament zu ihren bisherigen Medikamenten hinzugefügt. Sie zeigten eine drastische Verringerung ihrer Schmerzempfindlichkeit.



Bildquelle (CC):

  • https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fibromyalgie_Tender_Points_mit_Albrecht_D%C3%BCrer_%26_Leonado_da_Vinci.jpg – Richard Huber [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]
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