Forscher programmieren Viren, damit sie Krebszellen angreifen

Forscher programmieren Viren, damit sie Krebszellen angreifen

Viren gegen Krebszellen

Während Viren am besten dafür bekannt sind, Krankheiten und Leiden zu verursachen, haben Wissenschaftler kürzlich einen Weg entwickelt, sie als eine Kraft für das Gute im Kampf gegen Krebs zu nutzen.

Viren sind kleine, sich schnell vermehrende, infektiöse Erreger, die nur in den Zellen anderer Organismen überleben können.

Sie sind in jedem Ökosystem der Erde zu finden und können alle Lebensformen infizieren.

In der Lage, Tausende von Krankheiten zu verursachen – von der Erkältung bis zum Krim-Kongo-Fieber – sind Viren ebenso erfolgreich wie tödlich.

Mit ihren spektakulär erfolgreichen Eigenschaften untersuchen Wissenschaftler der Universität Cardiff in Großbritannien derzeit Möglichkeiten, Viren gegen Krebs zu wenden.

Die Forscher haben die Viren erfolgreich “trainiert”, um Eierstockkrebs zu erkennen und abzutöten, ohne dabei gesundes Gewebe zu schädigen.

Umprogrammierung der Viren

Die neue Studie baut auf ähnlichen Forschungen der letzten Jahre auf. Co-Autor Dr. Alan Parker bemerkt:

“Reprogrammierte Viren werden bereits in der Gentherapie zur Behandlung einer Reihe von Krankheiten eingesetzt und zeigen, dass sie von lebensbedrohlichen zu lebensrettenden Substanzen ausgebildet werden können.”

In der Vergangenheit war es jedoch nicht möglich, die Viren selektiv genug zu machen. Ein solcher Mangel an Selektivität bedeutete, dass sie auch in gesunde Zellen eindringen und diese schädigen würden.

In ihrem neuen Artikel, der in der Zeitschrift Clinical Cancer Research veröffentlicht wurde, skizzieren die Forscher einen neuen Ansatz, der dieses Problem vermeidet. (1)

Dr. Parker erklärt: “Wir haben ein gemeinsames, gut untersuchtes Virus genommen und es so umgestaltet, dass es sich nicht mehr an nicht-krebsartige Zellen anlagern kann, sondern ein spezifisches Markerprotein namens alpha-v-beta-6 (αvβ) Integrin sucht, das für bestimmte Krebszellen einzigartig ist und es ihnen erlaubt, in diese einzudringen.

Das Böse wird gut

Sobald ein Virus in eine Zelle eingedrungen ist, übernimmt es die zelluläre Maschinerie, um Tausende von Kopien von sich selbst zu machen. Dann sind die Zellbrüche und die neuen Viren frei, um benachbarte Zellen zu infizieren. In den umgeschulten Viren tritt das Gleiche auf, doch nur Krebszellen werden besiedelt und zerstört.

Die Fähigkeit des Virus, sich so schnell zu vermehren, macht sie zu einem gewaltigen Erreger, aber wenn sie einmal wiederverwendet wurden, wird ihre schnelle Vermehrung zu einem therapeutischen Nutzen.

Als zusätzlicher Bonus löst das Virus eine Immunantwort aus und hilft dem Immunsystem, die Krebszellen zu erkennen, zu zielen und zu zerstören.

“In diesem Fall führten wir das umprogrammierte Virus in den Eierstockkrebs ein, den es erfolgreich identifizierte und zerstörte. Das ist ein aufregender Fortschritt, der ein echtes Potenzial für Patienten mit einer Vielzahl von Krebsarten bietet.”

Dr. Alan Parker

In Zukunft wollen die Forscher ihre Virenwaffe weiter optimieren. Sie wollen das Virus trainieren, um eine Eiweißkomponente zu erkennen, die von Eierstock-, Brust-, Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Mundkrebs gemeinsam genutzt wird.

Die Wissenschaftler hoffen, das Virus noch stärker zu machen. Sie glauben, dass sie durch das Basteln an der DNA in der Lage sein könnten, sie so zu programmieren, dass sie Antikörper oder andere Antikrebsmittel produzieren und freisetzen, während sie sich in der Zelle befinden.

Diese ersten Studien wurden an einem Mausmodell von Eierstockkrebs durchgeführt, aber innerhalb der nächsten 5 Jahre hoffen sie, dass die umprogrammierten Viren das Stadium der klinischen Studien erreichen werden.


Medizinskandal Krebs


Bildquelle:

  • https://pixabay.com/illustrations/hiv-aids-virus-disease-health-1903373/
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